Die Türkei bereitet sich auf die Aufnahme Zehntausender Flüchtlinge aus Syrien vor. Inzwischen sei die Zahl der Menschen, die vor der Gewalt in ihrem Heimatland in die Türkei geflüchtet sind , auf mehr als 13.700 gestiegen, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Türkische Medien berichteten, in den grenznahen Provinzen Hatay, Gaziantep, Kilis und Sanliurfa würden zusätzliche Zeltstädte und Containersiedlungen errichtet. Die Flüchtlingslager werden vom türkischen Roten Halbmond und dem Krisenzentrum der Regierung betreut.

Das Regime unter Präsident Baschar al-Assad geht unvermindert gewaltsam gegen Oppositionelle vor. Am Donnerstagmorgen wurden aus drei Stadtteilen der Hauptstadt Damaskus Gefechte zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Kämpfern gemeldet.

Der Nachrichtensender Al Jazeera veröffentlichte ein Video, in dem bewaffnete Gegner des Regimes von Präsident Assad aus der Ortschaft Duma die Freilassung aller Gefangenen aus Duma fordern. Die Bewaffneten drohten, einen angeblich von ihnen gefangen genommenen General der Armee zu töten, falls diese Forderung nicht binnen 72 Stunden erfüllt werden sollte.

Gefesselt und getötet

Auf einem Feld in der Nähe der syrischen Stadt Idlib wurden 23 Opfer eines Hinrichtungskommandos entdeckt. Die Männer seien alle an den Händen gefesselt gewesen und mit einem Kopfschuss getötet worden, schilderten Aktivisten unter Berufung auf Augenzeugen. Nach ihren Angaben konnten 19 der Leichen inzwischen identifiziert werden.

Sie seien offensichtlich von den Truppen des Regimes nach Beginn der Militäroffensive in Idlib vor sechs Tagen verschleppt und auf dem Gelände eines Bauernhofes im Westen der Stadt verhört worden. Amnesty International hatte erst am Donnerstag dem Regime in einem Bericht vorgeworfen, gezielt zu misshandeln.

Jahrestag des Aufstandes in Syrien

In mehreren Ländern sind in dieser Woche Protestaktionen geplant, um an den Beginn der syrischen Revolution am 15. März 2011 zu erinnern. In der türkischen Stadt Gaziantep versammelten sich am Donnerstag rund 300 Aktivisten, die einen "Friedensmarsch" zur syrischen Grenze planten.

Am 15. März 2011 war eine kleine Demonstration in Damaskus mit Gewalt aufgelöst worden. Drei Tage später fielen in der Provinzstadt Daraa die ersten tödlichen Schüsse auf Demonstranten. "Es gibt keinen Kompromiss mit Terroristen, die bewaffnet Chaos verbreiten, keinen Kompromiss mit denen, die sich mit dem Ausland gegen uns verschworen haben", hatte Assad damals gesagt.

Tausende von Syrern versammelten sich am Donnerstag zu Jubelkundgebungen für das Regime. Das Staatsfernsehen zeigte mit Musik unterlegte Aufnahmen von jubelnden und fahnenschwenkenden Anhängern des Präsidenten in Damaskus sowie in den Städten Deir as-Saur, Hasake, Tartus, Al-Suwaida und Hasaka.

Nach UN-Schätzungen sind in dem seit einem Jahr andauernden Konflikt inzwischen etwa 8.000 Menschen getötet worden. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzte die Zahl der in die Nachbarländer geflohenen Syrer auf 30.000. Innerhalb Syriens selbst unterstützte das Hilfswerk eigenen Angaben nach etwa 97.000 geflohene Menschen. Bisher starben etwa 8.000 Menschen.