Satellitenfotos der syrischen Stadt Homs beweisen nach Ansicht von Menschenrechtlern, dass dort wahllos Menschen getötet wurden. "Die neuen Bilder und Augenzeugenberichte zeigen, dass durch den Beschuss weite Teile zerstört wurden, Hunderte Menschen starben und unzählige verletzt wurden", sagte ein Sprecher von Human Rights Watch (HRW). Ausgewählte Fotos sind auf der Internetseite der Organisation einzusehen .

Homs war wochenlang von Regierungstruppen des Präsidenten Baschar al-Assad beschossen worden. Laut HRW sind in der Stadt seit Beginn der Offensive vor einem Monat mindestens 700 Menschen gestorben.

Besonders betroffen sei das Wohngebiet Baba Amr , wo Artilleriebeschuss und Scharfschützen unzählige Opfer gefordert hätten. "Die Satellitenbilder und die Zeugenaussagen zeigen das Ausmaß einer ungezügelten Brutalität in Baba Amr ", sagte HRW-Nahostchefin Sarah Leah Whitson. Die Aufnahmen aus dem All, die laut HRW aus einer zivilen Quelle stammen, zeigten mindestens 950 Krater von Granateneinschlägen in dem Viertel. Zudem dokumentieren die Bilder Panzer und Infanterie-Einheiten auf den Straßen rund um Baba Amr.

Whitson warf Russland und China vor, trotz des Blutbads jede Aktion des UN-Sicherheitsrates zu blockieren. " Moskau und Peking handeln nicht, obwohl die Menschen in Syrien Opfer von Zerstörung und Tod werden." Russland und China, die im Sicherheitsrat ein Vetorecht haben, verhindern bislang im höchsten UN-Gremium eine Resolution zur Verurteilung des Assad-Regimes.