Der Iran ist laut einem Medienbericht stärker an der brutalen Gewalt gegen syrische Oppositionelle beteiligt als bislang bekannt. Iranische Militäreinheiten und Geheimdienstmitglieder haben demnach die Regierungstruppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bei ihrem Kampf gegen Rebellen direkt unterstützt. Das berichtete die US-amerikanische Zeitung Washington Post unter Berufung auf amerikanische Offizielle und geheimdienstliche Dokumente.

"Die iranische Hilfe nimmt zu und fokussiert sich immer deutlicher auf tödliche Gewalt", sagte ein US-Offizieller der Zeitung. Dass der Iran – einer der letzten Verbündeten Syriens – den Präsidenten Assad im Kampf gegen die Opposition seines Landes unterstützt hatte, war zwar schon zuvor vermutet worden.

Die neuen von der Zeitung zitierten Geheimdienstberichte untermauern diesen Verdacht nun und liefern genauere Informationen. Demnach wurde ein iranischer Agent verwundet, während er syrische Regierungskräfte unterstützte. Das wäre ein Beweis dafür, dass die iranischen Kräfte tatsächlich in die Kampfhandlungen involviert sind. Iranische Kräfte sollen auch an Exekutionen von Regimegegnern beteiligt gewesen sein. Zudem hat das Teheraner Regime dem Bericht zufolge technische Ausrüstung und Waffen nach Syrien geliefert, um Assad zu unterstützen.

Regierungstruppen gehen zunehmend brutal gegen Opposition vor

Trotz internationaler Kritik war das syrische Regime in den letzten Tagen immer entschlossener gegen die Opposition vorgegangen . Nach Berichten von Augenzeugen nahmen Panzer die Stadt Kusair an der Grenze zum Libanon unter Beschuss. Die Truppen Assads verschärften zudem die Bombardierung der umkämpften Stadt Homs. Dort hatten die Rebellen das Viertel Baba Amr fast einen Monat lang gegen die Angriffe des Militärs behauptet, mussten sich dann jedoch zurückziehen.

Zudem weiteten die Regierungstruppen ihren Beschuss offenbar auch auf andere Teile der Stadt aus . Die Armee hatte am Samstag einen Wohnbezirk bombardiert, in den Tausende Zivilisten geflohen waren. Das berichteten Aktivisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Das Syrische Netzwerk für Menschenrechte sprach von einem "reinen Racheakt" der Soldaten, die in Homs mit Minenwerfern und Maschinengewehren auf den Bezirk Jobar feuerten. Der Stadtteil liegt neben Baba Amr .

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen halten in Syrien seit nunmehr einem Jahr an. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mindestens 7.500 Menschen getötet worden.