Die syrische Regierung hat den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan akzeptiert. Das sagte ein Sprecher von Annan in Peking . Der Plan beinhaltet unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand zwischen den beteiligten Parteien, den Abzug schwerer Waffen aus Wohngebieten und humanitäre Hilfe für die Bevölkerung. Zudem sollen Gefangene freigelassen werden.

Die syrische Führung um Machthaber Baschar al-Assad habe Annan geschrieben, dass sie seine Vorschläge akzeptiere, sagte ein Sprecher Annans. Die Zustimmung bezeichnete er in seiner Mitteilung als "erste wichtige Etappe" hin zu einer Beilegung des blutigen Konflikts in Syrien .

Annan befindet sich zurzeit auf einer Vermittlungsmission in China . Ziel war es, China und Russland von dem Friedensplan zu überzeugen. Zuvor hatte Annan deshalb auch in Moskau Gespräche geführt . Russland und China hatten bereits gegen zwei Resolutionsentwürfe des UN-Sicherheitsrats zu Syrien ihr Veto eingelegt. Sie begründeten dies damit, dass in den Entwürfen nur die Gewalt der syrischen Sicherheitskräfte, aber nicht die der Rebellen verurteilt werde.

Syrische Opposition nimmt Ankündigung ernst

In Istanbul verhandeln syrische Oppositionsgruppen seit Montag über ein gemeinsames Vorgehen gegen Assad. Laut der Sprecherin des Syrischen Nationalrates, Bassma Kodmani, ist neben humanitärer Hilfe auch die Einrichtung einer militärisch abgesicherten Schutzzone geplant. "Wer die Verbrechen sieht, die in Syrien jeden Tag begangen werden, weiß, dass wir eine große Verantwortung tragen", sagte Kodmani.

Assads Ankündigung stieß bei der syrischen Opposition auf Skepsis. "Natürlich besteht das Risiko, dass das Regime wieder versuchen wird, die Verpflichtungen aus dem Friedensplan zu umgehen", sagte Kodmani. "Aber wir nehmen das trotzdem ernst, denn wenn sie (die syrische Regierung, Anm. der Redaktion)  sich nicht daran hält, dann wird es Druck vom wichtigsten Partner Russland geben", sagte die Kodmani. "Das wäre ein wichtiger Fortschritt." Eine Unterbrechung der Kämpfe, wenn auch nur vorübergehend, könnte vor allem den Menschen zugute kommen. "Eine Waffenruhe von zwei Stunden täglich würde schon sehr helfen", sagte Kodmani.

In Syrien lieferten sich Armee und Einheiten der Rebellen in Vororten der Hauptstadt Damaskus erneut schwere Gefechte. Die Oppositionskräfte verkündeten, sie hätten zwei Panzer der Regimetruppen zerstört. 

Zudem gab es Berichte , dass syrische Regierungstruppen die Grenze zum Libanon überschritten und in einem Dorf Bauernhäuser zerstört hätten. Es sei dort auch zu Zusammenstößen mit syrischen Rebellen gekommen, die in den Nordlibanon geflüchtet seien, sagten Dorfbewohner. Menschen aus der Gebirgsgegend al-Quaa berichteten, mehr als 35 Soldaten seien in Armeefahrzeugen gekommen und hätten mit Panzerfäusten und Maschinengewehren gegen die Rebellen gekämpft.