Außenminister Guido Westerwelle und der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, Abdul Latif al-Sajjani, haben ein sofortiges Ende der brutalen Kämpfe in Syrien gefordert. "Wir sind beide der Überzeugung, dass eine solche Lage nicht akzeptiert werden kann", sagte Westerwelle bei einem Besuch des Golf-Rates in der saudischen Hauptstadt Riad .

Beide Politiker forderten den UN-Sicherheitsrat zum Handeln auf . "Das Morden in Syrien ist furchtbar", sagte Al-Sajjani "Es muss unverzüglich beendet werden , damit der Frieden eine Chance erhält." Bislang wird im wichtigsten UN-Gremium jede Verurteilung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad durch Russland und China blockiert.

Unterdessen gehen die Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen weiter. Noch während des Besuchs des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan weitete Assad die Offensive in der Stadt Idlib aus. Nach Angaben von Aktivisten stürmten Soldaten am Morgen erneut mehrere Gebiete in der Provinz auf der Suche nach Rebellen. In der Ortschaft al-Dschanudieh gebe es "heftig Kämpfe" zwischen Soldaten und zu den Rebellen übergelaufenen Deserteuren. Dabei seien drei Soldaten getötet worden. Die Sicherheitskräfte hätten einen Zivilisten getötet.

Täglich neue Tote

Am Samstag war es nahe der Grenze zur Türkei zu heftigen Gefechten der syrischen Armee mit Deserteuren gekommen. Oppositionelle meldeten mehr als 60 Tote. Landesweit seien mehr als 90 Menschen getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Wegen der Medienblockade können die Berichte aus Syrien jedoch von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Westerwelle traf sich auch mit der saudischen Führung, um über die Lage in Syrien zu sprechen. Sie spielt bei den Bemühungen um eine Lösung eine wichtige Rolle. Ein weiteres Thema ist die Sorge vor einer iranischen Atombombe. Saudi-Arabien bemüht sich derzeit auch um die Lieferung von mehr als 200 Kampfpanzern aus deutscher Produktion.

Jemen als Vorbild für Machtwechsel

Zu Beginn seiner Reise hatte Westerwelle am Samstag den Jemen besucht. Der Golf-Kooperationsrat hatte mit maßgeblicher Unterstützung Saudi-Arabiens den friedlichen Machtwechsel im Jemen ausgehandelt. Dieser Umbruch könnte auch "Modell" zur Lösung des Konflikts in Syrien sein, sagte er.

An Montag wird Westerwelle zu einer Sitzung des Sicherheitsrats nach New York reisen. Die zunehmend kritische Situation in Syrien wird auch hier Thema sein. Ziel der Beratungen der Außenminister in New York ist nach Angaben aus Diplomatenkreisen eine ungeschminkte Bestandsaufnahme, um daraus weitere politische Schritte abzuleiten.

Westerwelle setzt sich für eine Resolution ein, die ein Ende der Gewalt durch die syrische Regierung und Zugang für humanitäre Hilfe fordert. Überlegungen für ein militärisches Eingreifen wies er in den vergangenen Tagen mehrfach zurück.