Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die Präsidentenwahl wie erwartet deutlich gewonnen. Nach Angaben der Wahlleitung entfielen 64,24 Prozent der Stimmen auf Putin . Damit konnte sich der 59-Jährige bereits im ersten Wahlgang eine dritte Amtszeit als Präsident des größten Landes der Welt sichern.

Putin erklärte sich umgehend zum Wahlsieger. "Ich habe Euch versprochen, wir würden gewinnen – und wir haben gewonnen. Ruhm für Russland ", sagte Putin vor Tausenden Anhängern im Zentrum Moskaus. Über seine Wangen liefen Tränen.

Putins Herausforderer von der Kommunistischen Partei , Gennadi Sjuganow, kam mit rund 17 Prozent auf den zweiten Platz. Dahinter landeten der Multimilliardär Michail Prochorow mit rund 7,5 Prozent und der Ultranationalist Wladimir Schirinowski mit gut 6,2 Prozent vor dem Linkskonservativen Sergej Mironow mit 3,8 Prozent. Prozent.

Kritik am System der Video-Überwachung

Die Wahl war von Anfang an von Betrugsvorwürfen überschattet . Die Wahlbeobachterorganisation Golos registrierte am Wahltag nach eigenen Angaben 5.000 Verstöße gegen das Wahlrecht. So seien in vielen Wahllokalen registrierte Beobachter nicht zur Auszählung der Stimmen zugelassen worden, sagte ein Golos-Sprecher. Die Opposition will an diesem Montag aus Protest gegen die aus ihrer Sicht unfaire Wahl Zehntausende Menschen auf die Straße bringen.

Um die Bevölkerung von der Transparenz der Wahlen zu überzeugen, ließ Putin in allen 91.000 Wahllokalen Webcams installieren. "Das waren die saubersten Wahlen in Russlands Geschichte", sagte Putins Wahlkampfleiter Stanislaw Goworuchin. Alle Vorwürfe der Opposition seien schlicht lächerlich.

Noch während der Abstimmung sprach die Opposition von Tausenden Verstößen. Neben Mehrfach-Stimmabgaben und manipulierten Wahlzetteln monierten unabhängige Beobachter auch das nur zum Schein transparente System der Video-Überwachung in den Wahllokalen. Auch Putins Gegenkandidat Sjuganow bezeichnete die Wahl in einer ersten Reaktion im staatlichen Fernsehen als " gefälscht " und "absolut unfair".

Opposition will gegen Ergebnis demonstrieren

Putin war bereits in den Jahren 2000 bis 2008 russischer Präsident. Da er nach der damals geltenden Verfassung danach nicht sofort wieder antreten durfte, installierte er seinen Vertrauten Dmitri Medwedew in dem Amt. Medwedew soll nun Ministerpräsident werden.

Da Medwedew eine Verfassungsänderung zur Verlängerung der Präsidentenamtszeit auf sechs Jahre durchsetzte, ist Putin nun bis mindestens 2018 im Amt. Danach kann er sich um eine weitere Amtszeit bewerben .

Dieser Ämtertausch und die massiven Fälschungen bei der Parlamentswahl im Dezember hatten eine beispiellose Protestwelle gegen Putin ausgelöst. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straßen. Auch am Montag will die Opposition im Zentrum von Moskau unter dem Motto " Russland ohne Putin " gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl demonstrieren. Dazu werden etwa 30.000 Menschen erwartet. Einer der Anführer der Protestbewegung, Wladimir Ryschkow, sagte im staatlichen Fernsehen: "Diese Wahlen können in keinster Weise als rechtmäßig betrachtet werden."

In Russland waren knapp 110 Millionen Wähler aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Wegen der Größe des Landes und der zahlreichen Zeitzonen erstreckte sich die Wahl über 21 Stunden.