Ägypten hat den Vertrag über Gaslieferungen nach Israel annulliert. Ein Sprecher der staatlich kontrollierten Gasgesellschaft EGAS begründete den Schritt damit, dass vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien. Aus dem ägyptischen Ölministerium verlautete indes, die Lieferungen seien auch wegen der häufigen Anschläge auf die Pipeline auf der Sinai-Halbinsel eingestellt worden.

Die Gaspipeline von Ägypten nach Israel war seit dem Umsturz in Ägypten mehrfach das Ziel von Sabotageakten , die vermutlich von islamistischen Gruppen verübt wurden. Die ägyptischen Lieferungen decken etwa 40 Prozent des israelischen Gasbedarfs. Regierungsvertreter in Jerusalem hatten zuvor bereits vor möglichen Engpässen bis hin zu Stromausfällen im Sommer gewarnt.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman bewertete die einseitige Aufkündigung des Gasabkommens als "kein gutes Zeichen". "Wir hoffen, dass dieser Streit wie jeder andere wirtschaftliche Streit gelöst werden wird", sagte er dem israelischen Rundfunk. Er betonte die Wichtigkeit des Friedensabkommens mit dem arabischen Nachbarland. Dies sei im "nationalen Interesse" beider Länder.

Gas-Exporteur sieht Kündigung als illegal an

Die Exportfirma East Mediterranean Gas (EMG) ist ein israelisch-ägyptisches Gemeinschaftsunternehmen, an dem auch Mubaraks Freund Hussein Salem beteiligt ist. Israel und Ägypten hatten 2008 ein für 15 Jahre gültiges Abkommen über die Gaslieferungen geschlossen. Ein EMG-Sprecher teilte mit, die Firma sehe die Aufkündigung des Abkommens als illegal an und verlange eine Rücknahme der Entscheidung.

Das Verhältnis zwischen Israel und Ägypten hat sich mit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak stetig verschlechtert . Vor einigen Monaten hatte ein wütender Mob die israelische Botschaft in Kairo gestürmt und eine ernste diplomatische Krise ausgelöst . Ägypten war der erste arabische Nachbar, der 1979 ein Friedensabkommen mit Israel geschlossen hat. Islamisten in Ägypten haben auch dies schon mehrfach infrage gestellt.