Die Bundesregierung hat eine Untersuchung des Berichts angekündigt, nach dem mit einem deutschen Frachter Waffen aus dem Iran nach Syrien geliefert werden sollten. "Der geschilderte Sachverhalt ist der Bundesregierung bekannt", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Samstag. Informationen von ZEIT ONLINE zufolge wurde die Atlantic Cruiser der Emdener Reederei Bockstiegel mit "schwerem Militärgerät und Munition" im Mittelmeer gestoppt.

"Alle Einflussmöglichkeiten" würden genutzt, um "mögliche Embargoverstöße" aufzuklären, sagte die Ministeriumssprecherin weiter. "Nach unseren jetzigen Kenntnissen handelt es sich um ein Schiff eines deutschen Eigentümers.“ Das Charterunternehmen habe das Schiff "unter die Flagge eines Drittstaates gestellt". Die Einzelheiten seien jedoch noch nicht bekannt, sodass das Ministerium dazu noch nicht Stellung nehmen könne, sagte die Sprecherin.

Die Atlantic Cruiser hatte ihre Ladung für die syrischen Regierungstruppen laut ZEIT ONLINE vor einigen Tagen im Hafen von Dschibuti von einem iranischen Frachter übernommen. Durch Überläufer bei den syrischen Behörden sei die Fracht jedoch bekannt und die Reederei gewarnt worden. Daraufhin habe die Atlantic Cruiser am Freitag ihren Kurs geändert und sei im Mittelmeer gestoppt worden. Dem Bericht zufolge soll das Schiff nun einen Hafen in der Türkei anlaufen und die Ware überprüft werden.

UN schicken Beobachter nach Syrien

Unterdessen haben die Vereinten Nationen die ersten Militärbeobachter als Voraustrupp auf den Weg nach Syrien geschickt. Die Aufgabe der Blauhelme wird es sein, den Truppenabzug aus den Städten und die bisher noch sehr brüchige Waffenruhe zu überwachen. Waffenruhe und Truppenabzug gehören zum Sechs-Punkte-Plan des UN-Sondergesandten Kofi Annan , der von Damaskus und der Opposition akzeptiert wurde.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Freitag einstimmig eine Resolution zur Entsendung einer Beobachtermission nach Syrien beschlossen. Es war die erste UN-Resolution zu Syrien seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime vor 13 Monaten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Beobachtermission werde später insgesamt etwa 250 Mitglieder haben.

Die syrische Armee bombardierte allerdings weiterhin die Rebellenhochburg Homs, kämpfte zudem auch in der Stadt Aleppo und brach damit erneut die vereinbarte Waffenruhe. Nach Angaben von Oppositionellen wurden am Wochenende insgesamt 24 Menschen von den Regierungstruppen getötet. Vor Beginn der Waffenruhe am Donnerstag waren aber täglich zwischen 60 und 120 Tote gezählt worden.