Die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat bei der Nachwahl in Birma 40 der 45 zur Wahl stehenden Sitze errungen. Das teilte die Wahlkommission des international weitgehend isolierten Landes früher als erwartet mit. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte sich zuvor bereits zum Sieger erklärt , allerdings von 44 gewonnenen Sitzen gesprochen.

"Das ist ein Triumph des Volkes", sagte Aung San Suu Kyi vor Anhängern in Rangun. "Wir hoffen, dass damit eine neue Ära beginnt, in der die Menschen aktiv an der Politik des Landes teilhaben."

Es war Aung San Suu Kyis erste Kandidatur für einen Parlamentssitz. Sie saß zwischen 1990 und 2010 die meiste Zeit im Gefängnis oder stand unter Hausarrest. Die NLD hatte die Parlamentswahl 1990 gewonnen, doch die Militärjunta verhinderte damals die Regierungsübernahme der Partei.

Ende der EU-Sanktionen

Trotz des Wahlsiegs der NLD werden aber weiterhin die Militärs das Parlament dominieren. Bei den Nachwahlen ging es lediglich um sieben Prozent aller Mandate. Die Abstimmung hat dennoch große Bedeutung für Birma , das die Militärregierung in Myanmar umbenannt hat. Die Wahl ist ein Zeichen für mehr Demokratie in dem Land und könnte zu einer Lockerung oder gar Abschaffung von Sanktionen führen.

Das forderte zumindest Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ( FDP ) nach dem Wahlsieg. Notwendig sei jetzt eine Reform-Dividende, um auch Skeptikern der Regierung zu zeigen, dass sich eine Öffnung lohne, sagte er dem RBB-Inforadio. Investoren haben großes Interesse an dem rohstoffreichen Land mit 60 Millionen überwiegend jungen Einwohnern. Eine schwerfällige Bürokratie und schlechte Infrastruktur stellten aber große Hürden dar.