Die USA bewerten die neu aufgenommenen Gespräche über das iranische Atomprogramm optimistisch. Der stellvertretende Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama , Ben Rhodes, sprach von einer "ersten positiven Etappe". Er forderte den Iran zugleich auf, "konkrete Schritte" folgen zu lassen. Der Iran müsse belegen, dass sein Atomprogramm keine militärischen Ziele habe.

Die nach über einem Jahr Pause wieder aufgenommenen Gespräche sind ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Nach der Sitzung in Istanbul zeigte sich die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ebenfalls zuversichtlich. "Die Diskussionen um die iranischen Atomfragen waren konstruktiv und nützlich", sagte Ashton. Ziel sei es nun, den Konflikt "Schritt für Schritt" beizulegen. Für den 23. Mai sei ein weiteres Gespräch in der irakischen Hauptstadt Bagdad vereinbart worden.

Auch der iranische Unterhändler Saeed Dschalili äußerte sich positiv nach dem Treffen. Es habe trotz unterschiedlicher Meinungen Fortschritte gegeben, sagte er.

Iran zeigt sich kompromissbereit

Grundlage der wieder aufgenommenen Gespräche sollte der Atomwaffensperrvertrag sein, wobei die sogenannte 5+1-Gruppe das Recht des Irans auf die friedliche Nutzung der Atomenergie vollständig achtet. Zur 5+1-Gruppe gehören die Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrat – China , Frankreich, Großbritannien , Russland und die USA – sowie Deutschland.

Nach Angaben aus der iranischen Delegation hat der Iran vorgeschlagen, sein höher angereichertes Uran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergieagentur IAEA selbst zu Brennstäben zu verarbeiten. Nach eigenen Angaben verfügt Teheran über knapp 100 Kilogramm Uran, das auf 20 Prozent angereichert wurde.

US-Medienberichten zufolge will die 5+1-Gruppe die Schließung der neuen unterirdischen Atomanlage in Fordo, den Stopp der Urananreicherung und die Verlagerung der bestehenden iranischen Uranbestände ins Ausland erreichen.