Der ehemalige Präsident von Mali, Amadou Toumani Touré , hat das Land verlassen. Touré sei mit seiner gesamten Familie sowie mehreren Leibwächtern in der senegalesischen Hauptstadt Dakar eingetroffen, sagte ein Sprecher von Senegals Präsident Macky Sall. In Dakar sei der Ex-Präsident in einer für ranghohe Gäste vorgesehenen Unterkunft untergebracht worden. Unklar war, ob Touré dauerhaft im Senegal bleiben oder in ein anderes Land weiterreisen will.

Aus malischen Militärkreisen hieß es, Tourés Ausreise sei mit Zustimmung des Putschistenführers Amadou Haya Sanogo erfolgt. Zuvor hatten Soldaten am Flughafen von Bamako noch versucht, den gestürzten Staatschef an der Abreise zu hindern. Laut Augenzeugen war Touré unter "turbulenten Umständen" ausgereist. Demnach schossen Soldaten in die Luft, wodurch es eine Massenpanik gegeben habe. Die Soldaten planten eine Strafverfolgung Tourés wegen Hochverrats und Veruntreuung von Geld.

Das Militär hatte Touré am 22. März aus dem Amt geputscht , anschließend war der 63-Jährige zunächst nicht mehr öffentlich aufgetreten. Am 8. April schließlich reichte Touré bei der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas ein formelles Rücktrittsgesuch ein .

Die Lage in Mali ist seit dem Militärputsch äußerst angespannt, unter anderem wegen des andauernden Konflikts mit Tuareg-Rebellen und Islamisten im Norden des Landes . In Verhandlungen mit der Ecowas willigte die durch Sanktionen und den Konflikt im Norden unter Druck geratene Junta schließlich am 6. April in einen Machtverzicht ein.

Auf Kritik stieß zuletzt unter anderem die Festnahme von Politikern und ranghohen Vertretern der Sicherheitskräfte. Am Donnerstag ließ die Militärjunta schließlich 22 Beamte wieder frei. Bei den meisten Festgenommenen handelte es sich um Vertraute Tourés. Gegen die Beamten werde allerdings weiter ermittelt, da bei ihnen Waffen gefunden worden seien, teilte die malische Polizei mit.