Der malische Putschistenführer Amadou Sanogo ist bereit, die Verfassung des Landes wiederherzustellen. Nach Berichten des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera kündigte Sanogo am Sonntag vor Journalisten an, die Militärjunta wolle sich an Verhandlungen mit allen politischen Kräften beteiligen. Den "nationalen Dialog" solle ein Mediator leiten.

Ziel sei es, mithilfe von politischen Interrimsorganen "freie, offene und demokratische Wahlen" zu organisieren, sagte Sanogo. Die Armee wolle nicht daran teilnehmen. Über die Dauer einer solchen Übergangsphase machte der Militärchef keine Angaben.

Vormarsch der Tuareg-Rebellen

Sanogo reagierte auf den wachsenden Druck der Tuareg-Rebellen. Sie erklärten am Sonntag, die im Norden Malis gelegene Stadt Timbuktu einnehmen zu wollen. Die Stadt werde eingekreist, um "politische und militärische Verwaltung" der malischen Regierung zu "vertreiben", hieß es in der online veröffentlichten Erklärung der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA). Die Rebellen des Nomadenvolkes der Tuareg kämpfen für die Unabhängigkeit ihrer Region Azawad.

Bereits am Samstag hatte Sanogo die strategisch wichtige Stadt Gao im Nordosten Malis den Rebellen überlassen. Er wies die Armee an, die Kämpfe "nicht zu verlängern". In Gao war der Generalstab der Armee für den gesamten Norden des Landes untergebracht. Zuvor hatten die Rebellen ebenfalls die Stadt Kidal eingenommen. Die Armee zog sich daraufhin aus den Ortschaften Ansogo und Bourem zurück.

Ultimatum läuft am Montag aus

Die Nachbarländer Malis hatten dem Anführer der Putschisten am Freitag ein Ultimatum gestellt. Sollte die Macht im Lande bis Montag nicht wieder in den Händen einer zivilen Regierung liegen, würden diplomatische, wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen eingeleitet werden.

Die Militärjunta hatte im März die Regierung des Präsidenten Amadou Toumani Touré gestürzt. Als Grund für den Putsch nannte sie die Unfähigkeit der Regierung, die Rebellion der Tuareg im Norden Malis zu beenden.