Premierminister Yousuf Raza Gilani war angeklagt,  gegen richterliche Anordnungen verstoßen zu haben . Gemäß der pakistanischen Verfassung dürfen Verurteilte kein öffentliches Amt mehr bekleiden. Ob Gilani tatsächlich zurücktritt oder vom Gericht zum Rücktritt gezwungen wird, war zunächst unklar.

Die Richter verhängten aber keine Gefängnisstrafe gegen Gilani. Der Regierungschef hatte sich geweigert, Ermittlungen gegen Präsident Asif Ali Zardari wegen Korruption wiederaufzunehmen. Gilani hatten in dem Prozess sechs Monate Haft und die Amtsenthebung gedroht. Die Urteilsverkündung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Vor mehr als zwei Jahren hatten die Richter die Regierung Gilani aufgefordert, die Behörden in der Schweiz offiziell um die Wiederaufnahme eines Verfahrens gegen den pakistanischen Staatspräsident Asif Ali Zardari zu bitten. Dabei ging es um umgerechnet neun Millionen Euro an Bestechungsgeldern, die Zardari und seine 2007 ermordete Frau Benazir Bhutto über Schweizer Konten beiseite geschafft haben sollen. Gilani verweigerte dies, weil der Präsident nach Ansicht der Regierung Immunität genießt.