Die deutsche Reederei des vor Syrien gestoppten Frachters Atlantic Cruiser hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Waffenladung für das Land. "Die Reederei hat nach der Beschreibung der Ladung in den Dokumenten sowie dem Erscheinungsbild der Ladung keine Hinweise darauf, dass es sich, wie in der Presse behauptet, um Waffen, Munition oder schweres militärisches Gerät handeln könnte", teilte die Emder Redderei Bockstiegel auf ihrer Internetseite mit. 



Nach Unterlagen der Reederei handelt es sich bei der für Syrien bestimmten Ladung um Teile eines Thermalkraftwerks, die von einem indischen Kraftwerkshersteller für das Ministerium für Elektrizität in Syrien bestimmt sind. Das Schiff sei an eine ukrainische Firma verchartert, mit der eine bereits längere Geschäftsbeziehung ohne jede Unregelmäßigkeiten bestehe. Der Chartervertrag sehe vor, dass mit dem Schiff nur " lawful cargo " transportiert werden dürfe, also Ladung, die und deren Transport nicht gegen Gesetze verstoße. Die Ladung sei im indischen Mumbai geladen worden, teilte das Unternehmen mit.



Das Schiff ist nach Angaben der Reederei voll beladen. Die Besatzung habe die für sie zugängliche Ladung inspiziert. Nach Auskunft der Besatzung handele es sich um Kabeltrommeln und Rohre. Die Bundesregierung prüft inzwischen, ob ein Embargobruch vorliegt.

Spiegel Online hatte am Wochenende berichtet, die Atlantic Cruiser habe ihre Ladung für die syrischen Regierungstruppen vor einigen Tagen im Hafen von Dschibuti von einem iranischen Frachter übernommen. Durch Überläufer bei den syrischen Behörden sei die Fracht bekannt und die Reederei gewarnt worden. Die Reederei bestätigte, dass das Schiff vor seiner Weiterreise nach Syrien in Dschibuti Halt gemacht habe. Dort sei aber lediglich ein Teil der Ladung gelöscht und keine neue Fracht an Bord genommen worden.