Beim Kampf um das umstrittene Ölfeld Heglig sind nach sudanesischen Angaben Hunderte südsudanesische Soldaten getötet worden. In den Reihen des Gegners habe es 400 Tote gegeben, sagte der sudanesische Präsidentenberater Nafie Ali Nafie, der als einer der engsten Vertrauten von Staatschef Omar al-Baschir gilt. Zur Zahl möglicher sudanesischer Toter sagte er nichts.

Ein Reuters-Reporter beobachtete am Montag einen Militäreinsatz an der Grenze, nahe der südsudanesischen Stadt Bentiu. Ein Militärflugzeug warf demnach nahe einer Brücke zwei Bomben ab. Südsudans Militärgeheimdienst zählte fünf Abwürfe von zwei MiG-29s-Flugzeugen. Ein sudanesischer Militärsprecher sagte, Sudan habe nirgends in Südsudan Bomben abgeworfen.

Heglig liegt an der nicht endgültig festgelegten Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan, mehrere Teile des Ölfelds werden von beiden Staaten beansprucht.

In den vergangenen Tagen hatte es heftige Kämpfe um das Ölfeld gegeben, am Samstag zog sich die südsudanesische Armee nach eigenen Angaben komplett zurück. Man wolle die Gefahr eines Krieges bannen, hieß es zur Begründung. Die Angaben beider Seiten zu den Truppenbewegungen und möglichen Toten können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Der im Juli 2011 unabhängig gewordene Südsudan hat viel Erdöl. Sudan verlor durch die Teilung des Landes drei Viertel seiner Rohölreserven.