In Syrien sind die ersten Mitglieder des Vorausteams der UN-Beobachtermission eingetroffen. Ein Sprecher des UN-Sondergesandten Kofi Annan sagte, das Sechserteam werde nach Konsultationen mit der syrischen Regierung in die Zentren der Auseinandersetzungen gehen. Der Rest des 25 bis 30 Mitglieder umfassenden Vorauskommandos werde so bald als möglich folgen. Die Vorhut wird von einem indischen Offizier geleitet.

Eine Vertraute von Präsident Baschar al-Assad sagte vor dem Eintreffen der UN-Bobachter, die Regierung behalte sich vor, Beobachter abzulehnen, die aus Katar , Saudi-Arabien , der Türkei und Frankreich kämen. Diese Länder hätten stark Partei für die Rebellen ergriffen, die die Assad-Regierung stürzen wollen.

Die Aufgabe der Beobachter wird es sein, den Abzug der syrischen Truppen aus den Städten und die bisher noch sehr brüchige Waffenruhe zu überwachen. Beide Schritte gehören zum Sechs-Punkte-Plan Annans, der von dem syrischen Regime und der Opposition akzeptiert wurde.

Mission soll 250 Beobachter umfassen

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag beschlossen , umgehend ein Team nach Damaskus zu schicken. Es war die erste UN-Resolution zu Syrien seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime vor 13 Monaten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, die Beobachtermission werde insgesamt etwa 250 Mitglieder haben.

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Der oppositionelle Syrische Nationalrat nannte die Entscheidung des Sicherheitsrats lange überfällig. Dies sei ein erster wichtiger Schritt der Weltgemeinschaft, um ihre Verantwortung für den Schutz des syrischen Volkes wahrzunehmen. Das Gremium warnte gleichzeitig vor Täuschungen: Die Regierung habe noch immer nicht ihre schweren Waffen und Panzer aus den bewohnten Gebieten abgezogen.

Gefechte gehen weiter

Auch am Wochenende kam es immer wieder zu Gefechten. Nach Angaben der Opposition wurden dabei 24 Menschen von den Regierungstruppen getötet. Aktivisten veröffentlichten Video-Aufnahmen, die zeigen sollen, wie Granaten in der Stadt Homs einschlagen. Andere Aufständische berichteten, die Armee habe in der Provinz Hama damit begonnen, Gräben auszuheben, um ein Dorf mit vielen Regimegegnern zu isolieren.