Der UN-Sicherheitsrat hat die Entsendung von unbewaffneten Beobachtern zur Überwachung der Waffenruhe nach Syrien genehmigt. Die einstimmig verabschiedete Resolution sieht vor, zunächst bis zu 30 Beobachter nach Syrien zu schicken. Die Beobachtergruppe soll dann auf mehr als 200 Mitarbeiter aufgestockt werden, die ihr Mandat durch eine weitere Resolution des Sicherheitsrats erhalten.

Der Sicherheitsrat rief Syrien auf, die Sicherheit des Einsatzes "ohne Beeinträchtigung der Bewegungs- und Zugangsfreiheit zu garantieren". Die unbewaffneten Experten des Erkundungsteams sollen die Einhaltung der Waffenruhe in Syrien durch Regierungstruppen und Aufständische überwachen,  mit den syrischen Konfliktparteien Kontakt aufnehmen und über die Umsetzung einer vollständigen Einstellung der bewaffneten Gewalt berichten.

Die Beobachter könnten noch an diesem Wochenende nach Syrien aufbrechen. Sie wurden schon vor Tagen ausgesucht und vorbereitet. Die Waffenruhe ist Teil eines Sechs-Punkte-Plans des internationalen Syrien-Sondergesandten Kofi Annan .

Zugleich kündigte der Sicherheitsrat an, weitere Schritte zu prüfen, sollte die Gewalt in dem Land nicht enden. Zunächst hatte sich Russland gegen die von westlichen und arabischen Staaten formulierte Resolution gestellt. Später erklärte der russische Botschafter Witali Tschurkin, er sei nun einverstanden mit dem jüngsten Resolutionsentwurf. Seit ihrem Inkrafttreten am Donnerstag ist die Waffenruhe brüchig.

Bundesregierung prüft angebliche Waffenlieferung an Syrien

Unterdessen sollen syrische Regimegegner eine große Waffenlieferung an die Regierung von Präsident Baschar al-Assad verhindert haben. Die Bundesregierung prüft Berichte, wonach ein deutsches Schiff  mit Waffen Richtung Syrien unterwegs gewesen sein soll. Diese stammten angeblich aus dem Iran und sollen mit mehreren Schiffen nach Dschibuti gebracht worden sein. Die Aktivisten machten die Waffenlieferung publik, wenig später drehte das Schiff ab. Es hatte zunächst Kurs auf Syrien genommen.

Nach derzeitiger Kenntnis der deutschen Regierung handelt es sich bei dem Frachter um das Schiff eines deutschen Eigentümers. Dieses sei von der Reederei verchartert worden. Das Charter-Unternehmen wiederum habe das Schiff unter die Flagge eines Drittstaates gestellt. Der Frachter hatte nach Angaben der syrischen Oppositionellen 7.200 Tonnen mittlere und schwere Waffen sowie Munition an Bord.