Die Türkei untersucht den auf der Fahrt nach Syrien gestoppten deutschen Frachter Atlantic Cruiser auf mögliche Waffen an Bord. Das Schiff habe die Küste der türkischen Hafenstadt Iskenderun angesteuert und werde dort seit der vergangenen Nacht festgehalten, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Geplant sei eine gemeinsame Untersuchung des Schiffes durch Zöllner, Polizisten und Diplomaten.

Die syrische Opposition hatte über schwere Waffen sowie Munition an Bord der Atlantic Cruiser berichtet. Das Schiff steuerte darauf hin den Zielhafen im syrischen Tartus nicht an und nahm stattdessen Kurs auf Iskenderun.

Die Emdener Reederei Bockstiegel als Eignerin hatte am Montag erklärt , sie habe keine Hinweise darauf, dass der von ihr vermietete Frachter Waffen und Munition für Syrien transportiere. Den Frachtunterlagen zufolge handele es sich bei der für Syrien bestimmten Ladung um Bauteile eines Thermalkraftwerks von einem indischen Hersteller.

Lieferung würde gegen Sanktionen verstoßen

"Wir haben Informationen erhalten, nach denen dieses Schiff Waffen und Munition für Syrien als Ladung hat", sagte ein türkischer Diplomat, der nicht genannt werden wollte, zu der Durchsuchung des Schiffs. Die Türkei war lange Zeit ein enger Verbündeter Syriens.

Die Regierung in Ankara hatte sich im vergangenen Jahr nach dem gewaltsamen Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Protestbewegung klar von Präsident Baschar al-Assad distanziert und Sanktionen verhängt. Dazu gehört auch die Kontrolle jeglicher Waffenlieferungen nach Syrien über sein Staatsgebiet.