Trotz einer Bombenserie mit mindestens 29 Verletzten in der Stadt Dnjepropetrowsk sieht die Ukraine keine Sicherheitsgefahr für die Besucher der Fußball-Europameisterschaft im Juni. Der Veranstalter garantiere einen störungsfreien Verlauf des Turniers, sagte Alexander Birsan, der EM-Verantwortliche des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch.

"Wir unternehmen alles Notwendige zur Sicherung der Gäste und der Teilnehmer der EM", sagte Birsan. Dnjepropetrowsk ist keiner der vier Turnier-Spielorte in der Ex-Sowjetrepublik.

Unbekannte hatten am heutigen Freitag – gut eineinhalb Monate vor Beginn der Europameisterschaft – eine Reihe von Anschlägen verübt. Nach Angaben des Ministeriums für Zivilschutz gab es an einer Straßenbahnhaltestelle eine Explosion und 30 Minuten später an einem Kino eine weitere. Das Innenministerium meldete später zwei weitere Explosionen.

Die vier Explosionen ereigneten sich kurz nacheinander. Die erste sei durch einen Sprengsatz ausgelöst worden, der in einem Papierkorb nahe der Straßenbahnhaltestelle deponiert worden sei, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Durch die zweite Explosion am Kino seien sieben Menschen verletzt worden. Die dritte Explosion in der Nähe des Bahnhofes verletzte noch einmal drei Menschen. Zur vierten lagen zunächst keine näheren Angaben vor.

In den vergangenen Tagen war der Umgang des Landes mit Oppositionellen Anlass heftiger Kritik geworden. Auch ein Boykott des Turniers war gefordert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss sich Forderungen deutscher Ärzte an, die inhaftierte frühere Regierungschefin Julia Timoschenko in Deutschland behandeln zu lassen. Timoschenko leidet Ärzten der Berliner Charité , die sie untersucht hatten, zufolge an einem unbehandelten Bandscheibenvorfall. Zudem ließen einige Verletzungen auf Misshandlungen schließen.

Die Grünen im EU-Parlament forderten die Uefa zum Handeln gegen die Missachtung von Menschenrechten in der Ukraine auf. "Es muss klar sein, dass Fußball- und Sportvereinigungen keine Verletzung der Menschenrechte und willkürliche Gerechtigkeit dulden", schrieben die beiden Fraktionschefs Daniel Cohn-Bendit und Rebecca Harms in einem Brief an den Uefa-Präsidenten Michel Platini .

Sie forderten eine offizielle Stellungnahme der Uefa. Der Fall der inhaftierten früheren Regierungschefin Julia Timoschenko sei nur die Spitze des Eisbergs. Die Fußball-Europameisterschaft wird gemeinsam von Polen und der Ukraine vom 8. Juni bis 1. Juli ausgerichtet.