Das liegt auch daran, dass die syrische Regierung nicht allein ist, sie hat bekanntlich Verbündete, mächtige wie auch unheimliche. Dazu zählen Russland , der Iran oder die libanesische Hisbollah-Miliz. Wenn sich aufseiten der syrischen Regierung daher wirklich etwas bewegen soll, ist es international wohl einzig Russlands Wladimir Putin , der dazu den ersten Schritt tun kann.

Zu dem Zusammenhalt der Herrscherkaste und ihrer internationalen Verbündeten gesellt sich, dass die beiden Wirtschaftszentren Syriens – die Hauptstadt Damaskus und Aleppo – noch weitgehend unter der Kontrolle der Regierung sind. Die kaufmännische Elite dort ist vorwiegend sunnitisch und es heißt, sie habe entscheidend dazu beigetragen, dass das Syrische Pfund vergangenes Jahr nicht schon kollabiert ist.

Am Montag jedoch haben unter dem Eindruck von Hula die Händler in der Altstadt von Damaskus ihre Geschäfte ruhen lassen. Die sunnitischen Händler waren bislang über ein verwickeltes System von Allianzen eine Stütze des Assad-Regimes. Aktivisten berichteten Reuters, dass auch in anderen Vierteln von Damaskus die Geschäfte stilllägen, Polizisten zwängen die Händler, sie wieder zu öffnen.

Bestätigt sich der Ungehorsam, wäre das ein Riss im Assad-System. Und eine Folge des Schreckens von Hula. Auch der Zusammenhalt innerhalb der syrischen Elite wird nicht ewig währen, mit Fortdauer des fürchterlichen Konfliktes werden die Loyalitäten – wie zuvor in Libyen – aufgekündigt. Der Bogen ist irgendwann überspannt. Kein Herrschaftssystem hält ewig, auch das schon von Präsident Baschar al-Assads Vater Hafis aufgebaute System wird zusammenbrechen. Und spätestens dann wird Moskau das Regime fallen lassen.