In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist der hochrangige Friedensvermittler Maulwi Arsala Rahmani erschossen worden. Rahmani habe mit seinem Auto im Stau gestanden, als aus einem anderen Fahrzeug auf ihn geschossen wurde, teilte die Polizei mit. Der Fahrer Rahmanis habe zunächst nicht bemerkt, dass sein Mitfahrer tot sei.

Rahmani war den Polizeiangaben zufolge auf dem Weg zu einem Treffen mit Abgeordneten im Diplomatenviertel von Kabul. Rahmani war Mitglied des Hohen Friedensrates und stand dem Ratskomitee für Taliban-Gefangene vor. Er selbst war früher unter den radikal-islamischen Taliban Minister und sollte den Friedensdialog mit der Gruppierung vorantreiben.

Es ist die zweite Ermordung eines afghanischen Friedensvermittlers in kurzer Zeit. Im vergangenen September war der afghanische Ex-Präsident und Vorsitzende des Friedensrates Burhanuddin Rabbani durch einen Selbstmordanschlag in seiner Residenz getötet worden. Im vergangenen Monat hatte Präsident Hamid Karsai den Sohn Rabannis, Salahuddin Rabbani, zum Nachfolger an der Spitze des Friedensrates ernannt.

Burhanuddin Rabbanis Ermordung war ein schwerer Rückschlag für den von Karsai und vom Westen angestrebten Friedensprozess in Afghanistan . Karsai hatte den Hohen Friedensrat vor etwa zwei Jahren gegründet. Die Friedensverhandlungen sollen die Gewalt stoppen und den Konflikt langfristig beenden. Bislang zeigen die Bemühungen um eine Aussöhnung mit den Aufständischen keine Erfolge.