Bei einem Anschlag auf die jemenitische Armee in der Hauptstadt Sanaa sind mindestens 90 Soldaten gestorben. Mindestens 200 weitere seien verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf Sicherheitskreise in Sanaa .

Der Anschlag ereignete sich während einer Übung für eine Militärparade. Demnach trug der Attentäter eine Armeeuniform und sprengte sich inmitten der Soldaten in die Luft. Auch der Verteidigungsminister und der Stabschef waren nach Angaben aus Militärkreisen auf dem Platz anwesend, blieben aber unverletzt.

Wie die jemenitische Website Al-Taghier berichtete , bekannte sich die Terrorgruppe Ansar al-Scharia zu dem Anschlag. Die Gruppe ist eine Unterorganisation des Terrornetzes Al-Kaida. Zuletzt hatte das jemenitische Militär Erfolge bei der Bekämpfung von Al-Kaida in der südlichen Provinz Laudar verzeichnet, wo die Ansar al-Scharia aktiv ist.


Der Anschlag der Extremisten richtete sich offenbar gezielt gegen die Militärparade am 22. Mai, dem Jahrestag der Vereinigung des republikanischen Nordjemens mit dem sozialistischen Südjemen im Jahr 1990. In diesem Jahr feiert das Land den Vereinigungstag erstmals ohne Ex-Präsident Ali Abdullah Salih , der im vergangenen November nach monatelangen Protesten zurückgetreten war .

Extremisten wollen neuen Präsidenten schwächen

Zunächst war nicht klar, ob die Parade nun wie geplant am Dienstag abgehalten werden würde. Den Plänen zufolge sollte sie der neue Präsident Abded Rabbo Mansur Hadi abnehmen. Er war erst im Februar offiziell im Amt bestätigt worden. Seitdem kam es verstärkt zu Anschlägen

Außenminister Guido Westerwelle verurteilte den Anschlag. "Wir werden nicht zulassen, dass der Terror siegt", sagte er am Rande des Nato-Gipfels in Chicago . Die Internationale Gemeinschaft stelle sich entschlossen gegen Versuche, den Aussöhnungsprozess im Jemen zu verhindern.