Der Iran hat der Internationalen Atomenergieagentur ( IAEA ) zufolge in einer verdächtigen militärischen Versuchsanlage Spuren seiner mutmaßlichen Atomarbeiten verwischt.

Satellitenbilder, die zwischen dem 5. und 25. Mai aufgenommen wurden, zeigten, wie in Parchin nahe Teheran Gebäude abgerissen worden seien. Außerdem hätten Bulldozer Boden abgetragen, teilte IAEA-Chefunterhändler Herman Nackaerts mit.

Westliche Geheimdienste vermuten, dass am Standort Parchin an einem geheimen Atomwaffenprogramm geforscht wird. So soll in dem Militärkomplex Parchin eine spezielle Kammer für Sprengtests eingerichtet worden sein. Die iranische Führung bestreitet dies.

IAEA-Chef Yukiya Amano hatte erst am 21. Mai mit dem Iran vereinbart , ein Abkommen mit Bedingungen für Kontrollen zu unterzeichnen. Die Organisation hatte kurz zuvor Befürchtungen geäußert, dass der Iran Spuren beseitigen könnte, um eine Überprüfung zu verhindern. Der Leiter des iranischen Atomprogramms sagte jedoch am Sonntag, es würden noch "nötige Dokumente" fehlen. Die Regierung in Teheran verweigert den IAEA-Kontrolleuren seit Längerem den Zugang zu Parchin.

Ahmadinedschad dämpft Erwartungen

Die Staatengemeinschaft und die IAEA verlangen vom Iran, die umstrittene Urananreicherung auf 20 Prozent zu stoppen. Sie gilt als wichtiger Schritt in Richtung einer höheren Anreicherung, mit der auch waffenfähiges Uran hergestellt werden könnte.  Die Verhandlungen über das Atomprogramm zwischen der internationalen Staatengemeinschaft und dem Iran werden am 18. und 19. Juni in Moskau fortgesetzt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad dämpfte die Hoffnungen auf einen Durchbruch jedoch bereits. Von dem Treffen mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland in Moskau erwarte er keine Wunder, sagte Ahmadinedschad in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 24. Er beharrte darauf, dass sein Land das Recht habe, Uran bis auf 20 Prozent anzureichern.