Deutschland beteiligt sich mit bis zu zehn unbewaffneten Soldaten an der Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien . Das beschloss das Bundeskabinett nach Angaben aus Regierungskreisen in Berlin . Zunächst soll ein Stabsoffizier entsendet werden.

Die Truppe soll dabei helfen, den Friedensplan des internationalen Vermittlers Kofi Annan durchzusetzen. Allerdings gab es in den vergangenen Tagen immer wieder schwere Rückschläge. Die eigentlich vereinbarte Waffenruhe wird immer wieder gebrochen. Am Dienstag wurde nach UN-Angaben auch ein Konvoi mit vier UN-Fahrzeugen nahe der Stadt Hama von einem Sprengsatz getroffen.

Trotz der wachsenden Präsenz der UN-Beobachter sollen Regierungstruppen binnen eines Tages 79 Menschen getötet haben. Wie Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad meldeten, habe es am Vortag in der Provinz Idlib und in der Nähe der Stadt Hama Kämpfe gegeben, wo sich jeweils mehrere Angehörige der UN-Beobachtermission aufgehalten hatten. Insgesamt 63 Opfer seien bereits identifiziert worden.

Lager für Vertriebene angegriffen

In der Nacht zum Mittwoch wurde nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter ein Lager für Vertriebene in der Stadt Daraa von Schüssen getroffen. Dort sollen vier Menschen getötet worden sein.

Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija ist die Zahl der unbewaffneten Militärbeobachter, die im Auftrag der Vereinten Nationen in Syrien eine Waffenruhe überwachen sollen, inzwischen auf 189 angewachsen. Die Beobachter kommen laut Al-Arabija aus 35 Staaten, mit größeren Kontingenten aus Russland , China , Jordanien und dem Jemen .

Die syrische Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen die Festnahme von drei vermeintlichen Terroristen, deren Geständnisse das staatliche Fernsehen ausgestrahlt hatte. Zwei der Festgenommenen stammen angeblich aus Tunesien , einer aus Libyen . Sie sollen in Koordination mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida und den Deserteuren der Freien Syrischen Armee über die Türkei illegal nach Syrien eingedrungen sein, um gegen das Regime zu kämpfen.