Nach dem Massaker im syrischen Ort Hula wird von neuen Gewalttaten in der Stadt Hama berichtet. Laut Aussagen von Oppositionellen habe die Armee von Präsident Baschar al-Assad die Stadt am Sonntag erneut beschossen . Dabei seien mindestens 41 Menschen getötet worden. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, da viele der 150 Verletzten in kritischem Zustand seien, hieß es.

Das Militär habe mit Panzern und anderen Kampffahrzeugen angegriffen, sagten Oppositionssprecher. Mehrere Häuser seien zerstört worden. Kurz zuvor soll es zudem Anschläge und Gefechte im Großraum der Hauptstadt Damaskus gegeben haben, bei denen mehrere Regierungssoldaten ums Leben kamen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Seit Beginn des Bürgerkriegs lässt die syrische Regierung kaum noch unabhängige Journalisten ins Land.

In Hula waren am Freitag mehr als 100 Menschen getötet worden. Der Westen und arabische Staaten hatten die syrische Führung um Präsident Assad für das Massaker verantwortlich gemacht und ihr vorgeworfen, den UN-Friedensplan verletzt zu haben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wies in einem Brief auf Untersuchungsergebnisse des UN-Beobachtereinsatzes hin.

Daraus gehe hervor, dass schwere Waffen gegen Wohngebiete eingesetzt wurden. Die Regierungsgegner verfügten bisherigen Informationen zufolge nicht über derartige Waffen. Allerdings seien bei einigen Leichen auch Wunden von Schusswaffen nachgewiesen worden, hieß es weiter. Dies könnte auf Angriffe von Soldaten nach dem Beschuss hindeuten oder aber auf eine Attacke durch die Rebellen.

Kofi Annan , der Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, ist inzwischen für ein Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallim in Damaskus eingetroffen. Bei seinem zweiten Syrien-Besuch seit dem Beginn der Proteste will Annan weitere Friedensgespräche führen. Am Dienstag ist ein Gespräch mit Präsident Assad geplant, hieß es aus Regierungskreisen in Damaskus.

In Syrien kämpfen Oppositionelle seit etwa 14 Monaten gegen die amtierende Regierung, bislang sind mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Auch ein vor sechs Wochen von der UN ausgearbeiteter Plan für eine Waffenruhe konnte die Gewalt nicht stoppen.