Die syrische Opposition hat den Einsatz von Waffengewalt ihrerseits verteidigt. Man setzte die wenigen Waffen nur in Selbstverteidigung ein, sagte der Vorsitzende des Syrischen Nationalrates (SNC), Burhan Ghaliun. Der Nationalrat gilt bisher als gemäßigter Teil der Opposition und ist ein wichtiger Ansprechpartner für westliche Diplomaten.

Das Regime von Baschar al-Assad befindet sich nach Ansicht des SNC im Zusammenbruch. "Es ist wie eine stinkende Leiche, die darauf wartet, beerdigt zu werden", sagte Ghaliun. Die vom UN-Sonderbeauftragten Kofi Anan geforderte und für den 12. April vereinbarte Waffenruhe ist bisher nicht eingehalten worden. Sie sollte von unbewaffneten Militärs überwacht werden.

Am Dienstag sollen bei Militäroperationen 37 Menschen getötet worden sein. Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad berichteten, unter den Toten seien zwölf Soldaten und ein Zivilist, die während eines Gefechts in der Provinz Deir as-Saur ums Leben gekommen seien. In Idlib sei in der Nacht ein Wohnhaus von einer Mörsergranate getroffen worden. Unter den Toten seien drei Kinder.

Am Montagmorgen detonierten in der Nähe eines Hotels in der Stadt Idlib , in dem zwei der UN-Beobachter untergebracht waren, zwei große Sprengsätze. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben mindestens 22 Menschen, als kurz hintereinander zwei Bomben in der Nähe des Militärgeheimdienstes und eines Gebäudes des berüchtigten Geheimdienstes der Luftwaffe explodierten. Die meisten Opfer seien Sicherheitskräfte gewesen, hieß es. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von neun Toten und etwa 100 Verletzten.

Ban zeigt sich besorgt

Vertreter der Protestbewegung machten das Regime für die Anschläge in Idlib verantwortlich. Sie begründeten ihren Verdacht mit Hinweis auf ein angebliches Geheimpapier aus dem Sicherheitsapparat, in dem ein Plan für Bombenanschläge skizziert worden sein soll.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte nach Angaben eines Sprechers, er sei sehr beunruhigt über die andauernde Gewalt in Syrien . Verbesserungen seien lediglich an den Orten festzustellen, an denen die UN-Beobachter stationiert seien.

Der Chef der UN-Beobachtermission , der norwegische General Robert Mood, nahm am Montag seine Arbeit in Damaskus auf. Er traf sich dort mit Vize-Außenminister Faisal Mekdad.

Derweil sollen zwei kleinere neue Parteien ihre Teilnahme an der für kommenden Montag (7.5.) angekündigten Parlamentswahl abgesagt haben. Das meldete die regierungsnahe syrische Tageszeitung Al-Watan auf ihrer Website.

Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 sollen etwa 10.000 Menschen getötet worden sein. Zehntausende flohen in die Nachbarländer Libanon , Türkei und Jordanien .