Der UN-Sicherheitsrat hat den Angriff auf mehr als Hundert Zivilisten in der syrischen Stadt Hula verurteilt und die Regierung von Präsident Baschar al-Assad dafür mitverantwortlich gemacht. Regierungstruppen hätten ein Wohngebiet der Stadt mit Artillerie und Panzern beschossen, heißt es in einer Erklärung des Rates in New York. Zugleich verurteilten die Ratsmitglieder die Tötung von Zivilisten durch Schüsse aus kurzer Distanz und schwere körperliche Misshandlungen.

"Dieser abscheuliche Einsatz von Gewalt gegen die Zivilbevölkerung stellt eine Verletzung maßgeblichen internationalen Rechts dar", heißt es in der Erklärung weiter. Außerdem verstoße er gegen die Verpflichtungen der syrischen Regierung, jede Form der Gewalt einzustellen, darunter auch den Einsatz schwerer Waffen in Bevölkerungszentren.

Der Sicherheitsrat wiederholte seine Forderung an alle Konfliktparteien, sofort alle Gewalt einzustellen. Diejenigen, die für Gewaltakte verantwortlich seien, müssten dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Syrischer UN-Botschafter weist Vorwürfe zurück

Russland hatte eine Verurteilung des Massakers und der syrischen Führung zunächst abgelehnt und Zweifel an der Verantwortung der Regierung Assad geäußert. Die syrische Regierung selbst weist jede Verantwortung zurück. Syriens UN-Botschafter widersprach den Vorwürfen des Sicherheitsrats und nannte das Massaker eine Tat von Terroristen. Bewaffnete Terrorgruppen seien seit Beginn der Krise in Syrien aktiv und verübten Verbrechen wie dieses. Keine Regierung würde ihre eigenen Bürger töten, um einen Sieg über politische Gegner zu erlangen.

UN-Beobachter berichten von Artillerie- und Panzergranaten

Während des Angriffs auf Hula sind nach Angaben der UN-Beobachter Artillerie- und Panzergranaten eingesetzt worden. Die Vertreter der Vereinten Nationen hätten in einer Moschee des Ortes 85 Leichen gesehen, darunter die von 34 Kindern, hieß es in einem Brief von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an den UN-Sicherheitsrat . Später wurde bekannt, dass es offenbar noch mehr Opfer gegeben hatte. Robert Mood, der Chef der UN-Beobachtermission, sprach von 108 Toten und etwa 300 Verletzten.

Die Todesursache habe nicht immer sofort zweifelsfrei festgestellt werden können, heißt es weiter. Doch neben Verletzungen durch Schrotmunition seien auch Wunden gesehen worden, die durch Kanonen- und Panzergranaten verursacht wurden. Die Schäden an Gebäuden stammten ebenfalls von schweren Waffen. Über Panzer und Artillerie verfügt nur das Regime.

Nach Angaben Moods sahen die Beobachter auch frische Spuren von Panzern. Außerhalb des Ortes seien zudem ein Schützenpanzer und ein Kampfpanzer entdeckt worden.