Erleichtert haben Verantwortliche weltweit auf den Wahlsieg der Konservativen in Griechenland reagiert. Politiker aus Asien und Europa äußerten die Hoffnung, dass die jetzt zu bildende neue Regierung das überschuldete Land aus der Krise führe.

Die Euro-Finanzminister erwarten eine Fortsetzung des vereinbarten Spar- und Reformprogramms. Das sei "Griechenlands bester Weg, die gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu überwinden", sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker . Auch der Regierungschef des ebenfalls finanziell angegriffenen Spanien , Mariano Rajoy , bezeichnete den Sieg der Nea Dimokratia des designierten Regierungschefs Antonis Samaras als "sehr gute Nachricht" für Europa. Bald werde sich das Resultat auf das Wachstum im Lande auswirken. Der italienische Ministerpräsident Mario Monti sagte, das Ergebnis sei für die Zukunft Europas und der Eurozone gut.

Aus China , einem wichtigen Handelspartner der europäischen Union, kam die Hoffnung nach Stabilität: "Wir hoffen, dass die neue Regierung auf solide Füße gestellt wird und Stabilität wahren kann", sagte Vizefinanzminister Zhu Guangyao. Das sei wichtig für das notwendige wirtschaftliche Wachstum.

Van Rompuy bewundert den Mut

Griechenland müsse mit der Europäischen Union, der europäischen Zentralbank und dem internationalen Währungsfonds zusammenarbeiten, um die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu stabilisieren, sagte er. China hatte sich bisher nie zu Wahlergebnissen in anderen Ländern geäußert.

In Europa hoffen Politiker nun auf die schnelle Bildung einer Regierung, wie Ratspräsident Hermann Van Rompuy sagte . Europa begrüße "den Mut und die Ausdauer der griechischen Bürger" und unterstütze die kontinuierlichen Bemühungen um Stabilisierung der Wirtschaft.

Euro oder Drachme

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte dem Chef der Nea Dimokratia, Antonis Samaras, zum "guten Wahlergebnis". Die Kanzlerin verdeutlichte aber auch, dass sie davon ausgehe, dass Griechenland sich an seine europäischen Verpflichtungen halte.

Nach Auszählung der Stimmen kommt die Nea Dimokratia laut offiziellen Angaben auf 29,7 Prozent. Zusammen mit der sozialistischen Pasok-Partei, die 12,3 Prozent der Stimmen erhielt, würde sie über eine Mehrheit von 162 Mandaten im 300 Sitze zählenden Parlament verfügen. Der konservative Wahlsieger Antonis Samaras sprach sich am Sonntagabend für eine Koalition aller pro-europäischen Parteien aus. Er kann rechnerisch mit der sozialistischen Partei Pasok eine Regierung bilden.

In letzter Konsequenz ging es bei der Wahl um die Frage, ob Athen in der Euro-Zone bleibt oder die Drachme wiedereinführt. Denn ein Wahlsieg der Radikalen Linken hätte mit großer Wahrscheinlichkeit den Ausstieg aus dem Sparprogramm zur Folge gehabt, das die EU zur Voraussetzung für weitere Kredithilfe gemacht hatte.

Die Wahl war der zweite Versuch, eine Regierung zu bilden. Nachdem die bisherige Koalition am Streit um den Sparkurs zerbrochen war, gelang es nach der Wahl vom 6. Mai nicht, ein tragfähiges Bündnis zu schließen.