Der gerade erst ernannte griechische Finanzminister hat den Verzicht auf sein Amt erklärt. Das teilte die Regierung des überschuldeten Euro-Landes mit. Vasilios Rapanos hatte Ende vergangener Woche nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus gemusst.

Rapanos war noch nicht vereidigt. Wegen der gesundheitlichen Probleme des 64-Jährigen und von Ministerpräsident Antonis Samaras war die Prüfung der Finanzlage des Landes durch EU , Europäische Zentralbank und Internationalen Währungsfonds verschoben worden. Sie hätte am Montag beginnen sollen. Beide hatten auch ihre Teilnahme am EU-Gipfeltreffen Ende dieser Woche abgesagt.

Nun soll Staatspräsident Karolos Papoulias die griechische Delegation aus Außenminister Dimitris Avramopoulos sowie dem scheidenden Finanzminister Giorgos Zanias führen.

Widerstand gegen Erleichterungen

Die neue Regierung in Athen will durchsetzen, dass die Sparauflagen der EU für das Land um zwei Jahre gestreckt werden. Dies werde das wichtigste Ziel beim EU-Gipfeltreffen diese Woche sein, sagte ein Regierungssprecher. Alle anderen Vorhaben zur Lockerung des strikten Sparkurses sollen nach seinen Worten "in einem Zeitraum von vier Jahren" umgesetzt werden.

Die Regierung in Athen beharrt auf Erleichterungen sowie mehr Zeit für die begonnenen Reformen. Die Auflagen der EU sind Bedingung für die 130 Milliarden Euro Kredithilfe, die Griechenland von den internationalen Geldgebern erhielt. Besonders die Bundesregierung sperrt sich aber gegen Lockerungen der Auflagen.

Das Programm der griechischen Koalition aus Konservativen, Sozialdemokraten und gemäßigten Linken sieht Steuererleichterungen, stärkere Hilfen für Arme und Arbeitslose, eine Begrenzung der Stellenkürzungen im öffentlichen Dienst sowie mehr Zeit beim Erreichen der Sparziele vor. Bei aller Verschlankung der staatlichen Strukturen soll es keine Entlassungen mehr geben.