Russische Ermittler haben einen Tag vor einer geplanten Großkundgebung die Wohnungen mehrerer Regierungsgegner durchsucht. Es werde wegen der Anstiftung zu Massenunruhen während einer Demonstration gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin am 6. Mai ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Insgesamt würden mehr als ein Dutzend Häuser durchsucht. Betroffen seien unter anderem die prominenten Regierungsgegner Alexej Nawalny , Sergej Udalzow und Ilja Jaschin.

Der Bürgerrechtler Lew Ponomarjow sprach von Einschüchterungsversuchen . "Sie wollen die radikaleren Regierungsgegner verärgern und die Leute provozieren", sagte Ponomarjow. Dadurch solle der friedliche Protest außer Kontrolle geraten.

Opposition: Regierung will Protest verhindern

Nach Oppositionsangaben wurden auch die Wohnungen des früheren Vizeregierungschefs Boris Nemzow und der Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak durchsucht. Er sei für diesen Dienstag zu einer Befragung vorgeladen, sagte Udalzow. Die Behörden wollten dadurch seine Teilnahme an der Demonstration verhindern.

Putin hatte am Freitag ein verschärftes Versammlungsgesetz unterzeichnet, das deutlich höhere Geldstrafen für Verstöße gegen das Demonstrationsrecht vorsieht. Das Gesetz war vorgeschlagen worden, nachdem die Proteste am 6. Mai eskaliert waren. Es gab Dutzende Verletzte und Hunderte Festnahmen.

Allerdings hat sogar der eigens von Putin eingesetzte Menschenrechtsrat hatte das Gesetz als verfassungswidrig kritisiert .

Für Dienstag haben die Regierungsgegner zu Protesten in Moskau gegen die Politik des Staatschefs aufgerufen. Die Stadtverwaltung hat eine Demonstration mit 50.000 Teilnehmern genehmigt, die Opposition kündigte einen "Marsch der Millionen" an.