Die weltweiten Rüstungsausgaben sind im vergangenen Jahr kaum gestiegen. Dennoch bleibt die Bedrohung durch Atomwaffen trotz eines zahlenmäßigen Rückgangs groß. Das ist das Ergebnis einer Studie des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri . Die Studie bezieht sich auf die acht Atommächte USA , China , Russland , Frankreich , Großbritannien, Israel, Pakistan und Indien .

Die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe lag demnach Anfang 2012 mit rund 19.000 unter derjenigen von 20.530 im Jahr zuvor. Dem stehe aber entgegen, dass die Atomwaffen ständig modernisiert würden.

Der Sipri-Mitarbeiter Shannon Kile sagte, die Atommächte zeigten sich "nur rhetorisch bereit", ihre Waffenarsenale aufzugeben. Die langfristigen Modernisierungsprogramme zeigten, dass Atomwaffen "immer noch eine harte Währung für internationalen Status und Macht " seien. 4.400 atomare Sprengköpfe gelten derzeit als einsatzbereit.

Weltweite Rüstungsausgaben von 249 Dollar pro Kopf

Die weltweiten Rüstungsausgaben lagen 2011 bei 1,73 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro), was einem Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber 2010 entspricht. Laut Sipri entspricht das 2,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts oder 249 Dollar pro Kopf der Bevölkerung.

Sipri ist auf die Erforschung von Konflikten, Waffenkontrolle und Abrüstung spezialisiert. Das Institut wurde 1966 gegründet und wird zur Hälfte vom schwedischen Staat finanziert.