UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Sondervermittler Kofi Annan haben den UN-Sicherheitsrat zum Handeln in Syrien aufgefordert. Doch das Gremium konnte sich auch nach fast dreistündiger Beratung nicht auf eine Reaktion auf die eskalierende Gewalt in dem Land einigen. 

Annan möchte eine neue internationale Kontaktgruppe von Ländern ins Leben rufen, die Einfluss auf das syrische Regime haben. "Die Frage ist einfach, wie wir die syrische Regierung dazu bekommen, den Friedensplan zu befolgen." Zu der Kontaktgruppe könnten die USA , China , Russland , Großbritannien und Frankreich und auch regionale Mächte wie die Türkei und Saudi-Arabien gehören. Außerdem der Iran : "Iran ist ein wichtiges Land in der Region und hoffentlich ein Teil der Lösung."

Annan machte deutlich, dass er den Syrien-Friedensplan für alternativlos hält. "Ich glaube nicht, dass der Plan tot ist. Wir beraten, was wir tun können, damit der Plan lebt." Er warnte vor einem umfassenden Bürgerkrieg in Syrien . Der würde sich nicht auf das Land begrenzen lassen. "Syrien ist nicht Libyen . Es würde nicht implodieren, es würde explodieren und die ganze Region mitreißen." Schon jetzt sei das Land "in einer Art Bürgerkrieg".

"Wie oft müssen wir noch die Gewalt verurteilen?"

UN-Generalsekretär Ban appellierte an den Sicherheitsrat, sich über das Vorgehen in Syrien zu einigen. "Die Menschen fordern, dass wir handeln", sagte er. "Wir brauchen Taten, aber wir müssen mit einer Stimme sprechen." Es gebe nur wenige Hinweise, dass das Regime sich an den Friedensplan halten wolle.

"Wie oft müssen wir noch die Gewalt verurteilen? Wie oft sollen wir noch sagen, dass wir empört sind?" Ein umfassender Bürgerkrieg sei nah, den könnten auch Terroristen nutzen. "Und wir haben Hinweise auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln."

Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig brachte erneut eine Resolution mit Sanktionen ins Gespräch. "Kofi Annan hat gesagt, dass wir nachhaltigen Druck brauchen und dass eine Missachtung des Friedensplanes Konsequenzen haben muss." Deshalb brauche es eine Resolution mit Sanktionen.