Die US-Regierung hat den Abschuss eines türkischen Kampfjets durch syrische Streitkräfte "auf das Schärfste" verurteilt. Es handele sich um einen schamlosen und inakzeptablen Akt, sagte Außenministerin Hillary Clinton in einer schriftlichen Mitteilung. "Wir werden mit der Türkei und anderen Partnern zusammenarbeiten, um das Assad-Regime zur Rechenschaft zu ziehen."

Die Türkei hatte am Sonntag eingeräumt, dass die F-4 Phantom kurzzeitig den Luftraum des Nachbarlandes verletzt habe, der Jet sei aber ohne Vorwarnung in internationalem Luftraum abgeschossen worden. Die Regierung in Ankara hatte deshalb ihre Nato-Verbündeten eingeschaltet . Syrien erklärte, die Maschine in seinem Luftraum abgeschossen zu haben.

Der Mitteilung zufolge hatte Clinton bereits am Samstag mit ihrem türkischen Amtskollegen telefoniert und die "ernste Besorgnis" der USA über den Vorfall zum Ausdruck gebracht. Er spiegele erneut "die kaltschnäuzige Missachtung internationaler Normen, menschlichen Lebens und von Frieden und Sicherheit" durch die syrischen Führungsstellen wider, hieß es in der Erklärung weiter.

USA stehe hinter der Türkei

Clinton bekräftigte zugleich die Unterstützung der USA für die türkische Regierung und die Solidarität mit dem türkischen Volk. "Wir werden weiterhin in engem Kontakt mit türkischen Vertretern bleiben, während diese den Vorfall untersuchen und über die türkische Antwort entscheiden, unter anderem im Sicherheitsrat", erklärte die Ministerin. "Wir werden unsere enge Zusammenarbeit mit der Türkei als Teil unserer weitergefassten Bemühungen fortsetzen, einen demokratischen Übergang in Syrien zu fördern."

Clinton sprach von einer "dringenden Arbeit". Die USA würden sich mit dem UN-Sicherheitsrat , der Nato , der EU und dem Sonderbeauftragten Kofi Annan über die nächsten Schritte kurzschließen.

Die Außenminister der 27 EU-Staaten beraten an diesem Montag in Luxemburg unter anderem über die Lage in Syrien. Aus Protest gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad werden sechs syrische Unternehmen oder Organisationen auf eine schwarze Liste gesetzt: Das bedeutet, dass die EU keine Geschäfte mehr mit ihnen machen darf und mögliche Vermögenswerte in der EU eingefroren werden. Zudem wollen die Minister bekräftigen, dass Versicherungen aus EU-Staaten keine Schiffe versichern dürfen, die Waffen oder ähnliches Material nach Syrien bringen.