Südafrika hat den Machtkampf um die Führung der Afrikanischen Union ( AU ) für sich entschieden: Auf dem Gipfeltreffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba wurde die südafrikanische Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit zur AU-Kommissionsvorsitzenden gewählt, dem wichtigsten Amt der Organisation.

Im vierten Durchgang stimmten für Dlamini-Zuma einem AU-Vertreter zufolge 37 der 51 Delegationen. Die Nachrichtenagentur dpa schrieb von 39 Stimmen für Dlamini-Zuma. Bei den vorherigen drei Wahlgängen hatte sie stets vor dem bisherigen Amtsinhaber aus Gabun , Jean Ping, gelegen, der sich daraufhin zurückzog.

Mit Dlamini-Zuma tritt erstmals eine Frau an die Spitze der AU-Kommission. Die frühere dritte Frau des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma hatte die Unterstützung der Staaten im südlichen Afrika und Teile des englischsprachigen Afrikas. Sie hatte jedoch vor der Wahl gesagt, es gehe ihr nicht um eine Frontstellung zwischen englisch- und französischsprachigen Staaten.

Dlamini-Zuma stand seit der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas , Nelson Mandela , an der Spitze mehrerer Ministerien ihres Heimatlandes. Zunächst war die ausgebildete Ärztin Gesundheitsministerin, dann Außen- und Innenministerin. Dlamini-Zuma ist als kompetente Managerin bekannt, die ihre Ziele mit Entschlossenheit verfolgt. Für die Afrikanische Union kündigte sie an, sie wolle diese Organisation "effizienter" machen.

Sudan und Südsudan wollen Konflikt friedlich beilegen

Die AU will neue Anstrengungen zur Befriedung der Krisengebiete auf dem Kontinent. Dabei gab es erste Ergebnisse. Sudan und Südsudan wollen ihren Konflikt über Öl und Grenzziehung friedlich beilegen. Dies sagten die Präsidenten der Staaten, Omar al-Baschir und Salva Kiir, bei ihrem ersten Treffen nach über einem halben Jahr am Rande des AU-Gipfels. Beide Länder hätten versichert, "nie wieder Differenzen mit Gewalt lösen zu wollen und gegenseitig die Souveränität und territoriale Integrität anzuerkennen", sagte der Vorsitzende der AU-Kommission für Frieden und Sicherheit, Ramtane Lamamra.

Erstmals seit 1995 nahm mit Präsident Mohammed Mursi das Staatsoberhaupt Ägyptens an einem AU-Gipfel teil. Der frühere Präsident Hosni Mubarak hatte sich nach einem missglückten Attentatsversuch bei einem Gipfel 1995 geweigert, an diesen halbjährigen Treffen teilzunehmen. "Ägypten wird alle seine Ressourcen nutzen, um die Integration Afrikas zu einem gemeinsamen Markt zu unterstützen", sagte Mursi . Der achttägige Gipfel soll am Montag zu Ende gehen.