Angesichts des Ölembargos der EU haben rund hundert iranische Parlamentarier ein Gesetz gefordert, das Öltransporte in Richtung Europa durch die strategisch wichtige Meerenge von Hormus verbietet. Iranischen Medienberichten zufolge unterzeichneten sie eine entsprechende Gesetzesinitiative. "Das Projekt ist eine Antwort auf die Ölsanktionen der Europäischen Union gegen die Islamische Republik", sagte der Abgeordnete des Auswärtigen Ausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Agha Mohammadi.

Die Straße von Hormus ist mit einer Breite von nur 50 Kilometern und einer Tiefe von nicht mehr als 60 Metern das Nadelöhr des Ölhandels. Durch die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman laufen rund 35 Prozent des per Schiff abgewickelten Ölhandels weltweit. Zahlreiche Golfstaaten sind vom Ölexport über diese Seestraße abhängig. Die Wasserstraße von Hormus soll für Tanker gesperrt werden, die Öl in Länder transportieren wollen, die Sanktionen gegen die Islamische Republik mittragen.

Der Iran hatte vor wenigen Monaten mit einer kompletten Blockade der Meerenge gedroht, sollte der Westen weitere Sanktionen im Atomstreit verhängen. Allerdings sind westliche Staaten mit ihrer Marine demonstrativ in der Region präsent, um Versuche für eine Blockade zu verhindern.

Zum 1. Juli trat ein Ölembargo der EU gegen den Iran in Kraft. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Kernenergie-Nutzung auch ein Atomwaffenprogramm zu betreiben .