Der frühere israelische Ministerpräsident Izchak Schamir ist nach längerer Krankheit im Alter von 96 Jahren in Tel Aviv gestorben. Regierungschef Benjamin Netanjahu würdigte ihn am Samstag als einen der Gründerväter Israels : "Er war ein Vorbild an Loyalität gegenüber dem Land Israel und den ewigen Werten des jüdischen Volkes", hieß es in einer Erklärung Netanjahus .

Schamir wurde 1915 in Polen geboren und wanderte 1935 nach Palästina aus. Als Jura-Student trat er einer zionistischen Bewegung bei und engagierte sich in den 1930er Jahren im bewaffneten Kampf gegen die britische Mandatsmacht im Nahen Osten. Schamir beteiligte sich in den Gruppen Irgun und Stern an Anschlägen, mit denen die Mandatsmacht vertrieben und die Gründung des israelischen Staates ermöglicht werden sollte. Zweimal wurde er von den Briten festgenommen, allerdings gelang ihm die Flucht aus einem Gefängnis in Eritrea , von wo aus er über Dschibuti nach Paris emigrierte.

Nach der Gründung Israels 1948 arbeitete Schamir für den israelischen Geheimdienst Mossad. Erst 1970 begann seine politische Karriere: Von 1983 bis 1984 und erneut von 1986 bis 1992 war Schamir israelischer Regierungschef. Außerdem hatte er Regierungsposten wie das Außenministerium inne.

Sein Rückzug aus der Politik kam 1993, als er den Vorsitz der konservativen Likud-Partei niederlegte. 1999 trat Schamir aus der Partei aus, um gegen Zugeständnisse von Netanjahu an die Palästinenser zu protestieren.

Seit den 1990er Jahren litt Schamir an einer fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung . In den letzten Jahren seines Lebens wurde er in einem Altersheim im Norden von Tel Aviv betreut. Seine Frau Schulamit starb im Juli 2011 mit 88 Jahren. Das Paar hinterlässt zwei Kinder. Schamir soll am Montag an der Seite seiner Frau auf dem Friedhof des Herzlberges in Jerusalem beigesetzt werden.