Seit dem Sturz von Ägyptens Präsident Mubarak herrscht in Israel Angst vor neuen Konflikten – nun hat der neue Präsident Mohammed Mursi in einer ersten Botschaft an Israel die Friedensbereitschaft seines Landes mit dem jüdischen Staat bekundet. Er freue sich darauf, den Friedensprozess in gemeinsamer Anstrengung wieder auf den rechten Weg zu bringen, zitierte das israelische Präsidentenamt aus einem Brief Mursis an Israels Präsidenten Schimon Peres .

Ihm gehe es um Stabilität und Sicherheit für alle Völker in der Region, einschließlich des israelischen Volkes. "Mit tiefer Dankbarkeit habe ich Ihre Glückwünsche zum Beginn des heiligen (Fasten-) Monats Ramadan erhalten", fügte Mursi hinzu. Ein israelischer Regierungsvertreter wertete den Brief Mursis als "allgemeine Botschaft mit positiven Absichten, die aber keine neue Richtung" im Friedensprozess beinhalte.

Israelische Politiker hatten entsetzt auf die Wahl des Muslimbruders Mursi zum ägyptischen Staatschef reagiert und sich besorgt über den Bestand des Friedensvertrags von 1979 gezeigt. Der voriges Jahr gestürzte Präsident Husni Mubarak galt als Garant des Abkommens.

Die Sorge der Israelis hatte Mursi schon Mitte Juli zu zerstreuen gesucht. Indem er nun die Israelis ausdrücklich als Volk der Region bezeichnete, setzte sich Mursi auch deutlich von der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas ab. Sie gehört ebenfalls der Bewegung der Muslimbruderschaften an, bestreitet jedoch das Existenzrecht Israels.

Nach vier israelisch-arabischen Kriegen zwischen 1948 und 1973 waren die Beziehungen seit dem Friedensvertrag stabil gewesen. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubaraks Anfang 2011 hatten die Spannungen zwischen Kairo und Jerusalem wieder zugenommen.