Der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Olmert ist in einem Korruptionsprozess der Untreue schuldig gesprochen worden. Die Richter des Bezirksgerichts von Jerusalem sahen es als erwiesen an, dass der 66-Jährige während seiner Amtszeit als Handelsminister zwischen 2003 bis 2005 einem Vertrauten illegal Aufträge verschaffte, wie israelische Medien berichteten. In zwei weiteren Anklagepunkten sprach das Gericht Olmert frei. Dem früheren Regierungschef war vorgeworfen worden, Kosten von Auslandsreisen mehrfach abgerechnet zu haben sowie illegal 600.000 Dollar von einem US-Geschäftsmann angenommen zu haben.

Es ist das erste Mal, dass ein früherer Regierungschef in Israel verurteilt wird. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Olmert sagte nach dem Urteilsspruch, er respektiere die Entscheidung des Gerichts. Die Richter hätten "entschieden, dass ich gegen Prozeduren verstoßen habe", sagte er. "Ich werde die notwendigen Lektionen lernen." Zu dem Freispruch in zwei Anklagepunkten sagte Olmert: "Es gab keine Korruption, es gab keine Geldumschläge."

Die Vorwürfe, die Olmert stets bestritten hatte, führten im Herbst 2008 zum Sturz seiner Regierung. Olmert war als Regierungschef und als Chef der Kadima-Partei zurückgetreten . Vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv läuft im Zusammenhang mit einem Bauprojekt in Jerusalem noch ein weiterer Korruptionsprozess gegen ihn.

Nach dem Urteilsspruch sagte Olmert, man dürfe nicht die weitreichenden Folgen der Entscheidung ignorieren, ihn vor Gericht zu stellen. Seit Olmerts Amtsniederlegung stagniert der Friedensprozess mit den Palästinensern. Olmert hatte sich in seinem letzten Jahr im Amt intensiv um eine Friedensregelung bemüht.

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es fälschlicherweise, Olmert sei wegen Korruption verurteilt worden. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten dafür um Entschuldigung.