Syrische Rebellen liefern sich weiter heftige Kämpfe mit der Armee um die nordwestliche Wirtschaftsmetropole Aleppo . Nach eigenen Angaben halten die Regimegegner dabei vorerst einer Großoffensive der Regierungstruppen stand. "Unsere revolutionären Kämpfer haben mindestens zwei massive Angriffe der Regimestreitkräfte abgewehrt", sagte der Aufständischen-Kommandeur Abu Omar al-Halebi. "Sie kontrollieren jetzt 50 Prozent der Stadt."

Von unabhängiger Seite lassen sich die Angaben nicht überprüfen, weil Medien in Syrien nur äußerst eingeschränkt arbeiten können. Al-Halebi zufolge griffen auf der Seite der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad auch Kampfjets ein. In den Außenbezirken Salaheddin und Maschaad sollen sie Nachschubkonvois der Rebellen bombardiert haben. Nach Angaben von Oppositionsaktivisten war zudem das Stadtviertel Mohafasa betroffen.

Die Kämpfe in Aleppo dauern seit dem vergangenen Wochenende an. Das Regime hatte am Mittwoch damit begonnen, Tausende Soldaten in die Stadt zu verlegen. Die Opposition erklärte, der Kampf um Aleppo werde entscheidend sein. Nach Angaben von Aktivisten sollen sich Rebellen aus dem ganzen Land auf den Weg gemacht haben, um für die "Befreiung Aleppos" zu kämpfen.

Kämpfe in Damaskus

Neue Gefechte gab es auch in der Hauptstadt Damaskus . Nach Angaben von Augenzeugen konzentrierten sich die Kämpfe im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der Stadt. Dabei seien Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen.

In dem seit März 2011 andauernden Aufstand gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad wurden nach Oppositionsangaben mehr als 19.000 Menschen getötet. Allein am Mittwoch gab es nach Angaben von Oppositionsaktivisten landesweit 143 Tote, darunter 75 Zivilisten.

© ZEIT ONLINE

In einem dramatischen Appell hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Weltgemeinschaft zum Handeln in Syrien aufgefordert . "Hier im Herzen von Bosnien und Herzegowina richte ich einen Aufruf an die ganze Welt: Wartet nicht länger! Handelt! Schließt Euch zusammen! Handelt jetzt, um das Massaker in Syrien zu beenden!", sagte Ban vor dem bosnischen Parlament in Sarajewo . Die gleiche Staatengemeinschaft, die während des Bosnienkrieges dabei "versagte, den Völkermord zu verhindern", werde derzeit "in Syrien einem Test unterzogen", sagte der UN-Generalsekretär.

Auch der Sprecher von US-Präsident Barack Obama , Jay Carney, verurteilte erneut die "abscheuliche Gewalt" des Regimes gegen unbewaffnete Zivilisten. Es gebe glaubhafte Berichte, dass auch Panzer und Kampfflugzeuge eingesetzt würden.