UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor einem religiös motivierten Bürgerkrieg in Syrien gewarnt. Ban forderte erneut die sofortige Einstellung der Gewalt im Land: "Weitere Kämpfe sind nicht die Antwort." Militarisiere sich der Konflikt weiter, bedeute dies nur, dass die Zerstörungen fortgeführt und das Leid verlängert würden. "Ein religiös motivierter Bürgerkrieg würde außerdem auch die Nachbarn Syriens ernsthaft gefährden ", sagte Ban. 

Dem Regime von Präsident Baschar al-Assad warf er vor, der " brutalen Niederschlagung " der Oppositionsbewegung noch Angriffe mit Kampfflugzeugen und Hubschraubern auf bewohnte Gebiete hinzugefügt zu haben. Aber auch die bewaffneten Oppositionsgruppen hätten ihre Angriffe verstärkt.

Der syrische Konflikt hat auch eine konfessionelle Komponente: Der Assad-Clan und die Spitzen des Regimes gehören der Gruppe der Alawiten an, während die meisten Aufständischen Sunniten sind. Aus der Minderheit der Christen gibt es nur wenig Unterstützung für die Opposition. Zudem hatten sich in der Vergangenheit die Hinweise gemehrt, dass terroristische Organisationen wie Al Kaida eine zunehmend große Rolle in dem Konflikt spielen.

Rebellen halten Stellungen in Aleppo

Inzwischen gehen die Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen am heutigen Dienstag in den vierten Tag. Nach Angaben der BBC haben die Aufständischen in Aleppo ihre Stellungen gehalten, der arabische Nachrichtensender Al Jazeera berichtete gar, sie kontrollierten noch 60 Prozent. Am Montag hatten die Assad-Truppen aus der Luft Stellungen der Aufständischen in Aleppo angegriffen. Sie bombardierten die Stadtbezirke Salaheddin und Al-Sukkari. In Salaheddin, Al-Issa und Athamija kämpften Regierungstruppen und Rebellen darüber hinaus am Boden, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte.

Auch an der Grenze zur Türkei hielt die Gewalt an. Rebellen eroberten hier nach eigenen Angaben einen Kontrollpunkt und eröffneten sich damit erstmals eine direkte Straßenverbindung zum Nachbarn Türkei. Über die 50 Kilometer lange Strecke könnten nun Kämpfer und Nachschub transportiert werden, sagte ein örtlicher Rebellenkommandeur.