Australien lässt künftig mehr Flüchtlinge ins Land. 20.000 Asylsuchende will das Land pro Jahr aufnehmen. Das kündigte Regierungschefin Julia Gillard an. Das Land reagiert damit auf Empfehlungen einer Expertenkommission, mit dem Ziel, illegale Einwanderung zu stoppen. Allein im vergangenen Jahr verloren Hunderte Menschen bei Unglücken von Schmugglerschiffen ihr Leben.

400 indonesische Flüchtlinge will Australien sofort aufnehmen. Insgesamt werden die humanitären Aufnahmen um mehr als 40 Prozent steigen, sagte Gillard. Dies sei die höchste Quote seit 30 Jahren. Die neuen Regelungen gelten seit Beginn des Haushaltsjahres am 1. Juli.

Im Kampf gegen Menschenschmuggel sollen zudem regionale Flüchtlingsprogramme unterstützt werden. 10 Millionen Dollar (8,4 Millionen Euro) plant die australische Regierung dafür ein. Das Geld soll vor allem nach Indonesien und Malaysia fließen, also den Ländern, aus denen jährlich zahlreiche illegale Einwanderer über das Meer nach Australien kommen.

Umstrittene Auffanglager auf Inselstaaten

Erst Ende der vergangenen Woche hatte das australische Parlament beschlossen, Auffanglager auf den abgelegenen Inselstaaten Nauru und Papua-Neuguinea wieder in Betrieb zu nehmen. Ab September soll das Lager in Nauru bereit stehen, um bis zu 500 Flüchtlinge aufzunehmen. Mit der Wiedereröffnung dieser Lager sollen Flüchtlinge von der gefährlichen Überfahrt nach Australien abgeschreckt werden.

Die zeitlich unbegrenzte Internierung von Flüchtlingen auf diesen abgelegenen Inseln ist umstritten. Für den Flüchtlingsrat Australiens ist die Lösung enttäuschend . Die Flüchtlinge würden auf unbestimmte Zeit ins Exil geschickt, was das Problem in keinster Weise löse. Die UN-Flüchtlingsagentur fürchtet darüber hinaus die psychologischen Auswirkungen für die Betroffenen. Derzeit prüft sie die Neuregelungen und hofft auf baldige Gespräche mit der australischen Regierung.

Gillards Labour-Party hatte sich lange geweigert, staatliche Auffanglager in Betrieb zu nehmen. Das Konzept sei Geldverschwendung und würde die Flüchtlinge nicht abschrecken, sagte die Regierung noch vor einigen Wochen.

Allein in diesem Jahr trafen in Australien bereits etwa 7.500 Bootsflüchtlinge ein. Vor allem Menschen aus Asien versuchen illegal über das Meer zu gelangen. Dabei kommen viele Flüchtlinge ums Leben .