Bei Kämpfen in der syrischen Stadt Aleppo sind erneut zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. 25 Menschen starben nach Angaben von Aktivisten, als eine Granate vor einer Bäckerei einschlug. 27 Menschen seien verletzt worden, hieß es. Die Regierungstruppen hätten angegriffen, als die Menschen am Donnerstagmorgen vor der Bäckerei im Viertel Kadi Askar angestanden hätten, um Brot zu kaufen.

Attacken mit Helikoptern wurden aus den Provinzen Deir as-Saur und Homs gemeldet. Die Freie Syrische Armee (FSA) tötete nach eigenen Angaben in Aleppo 35 Angehörige der Regierungstruppen. Das meldet der Nachrichtensender Al-Arabija unter Berufung auf einen Sprecher der Deserteure.

In Al-Tell außerhalb von Damaskus befreiten syrische Sicherheitskräfte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana eine TV-Moderatorin des regimetreuen Senders Al-Ichbariija sowie zwei männliche Mitarbeiter des Senders. Diese seien am vergangenen Freitag von "bewaffneten Banden" verschleppt worden. Ein weiterer Kameramann des Senders sei ums Leben gekommen, hieß es.

Sunniten fliehen aus dem Libanon

Auch der Libanon ist immer stärker von dem Konflikt betroffen . Die schiitische Hisbollah steht auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, während sunnitische Kräfte die syrischen Aufständischen unterstützen. Dutzende Araber aus den sunnitisch beherrschten Golfstaaten machten sich am Donnerstag auf den Weg von Beirut in ihre Heimat, nachdem ihre Regierungen Reisewarnungen für den Libanon veröffentlicht hatten. Saudi-Arabien organisierte für seine Staatsbürger drei Evakuierungsflüge. Hintergrund der Reisewarnung ist die Entführungsdrohung eines schiitischen libanesischen Familienverbands.

Ein Sprecher des Clans hatte gesagt, die Familie habe einen Türken und mehr als 50 Syrer in Beirut und in der Bekaa-Ebene in ihre Gewalt gebracht. Sie wolle zudem Araber aus Staaten entführen, die den Aufstand in Syrien unterstützen. Damit wollten sie die Freilassung eines Angehörigen erzwingen, der von syrischen Rebellen gefangen gehalten wird. Am Mittwoch hatte der Clan vorübergehend die Straße zum Flughafen von Beirut blockiert. Daraufhin wurde eine Air-France-Maschine, die auf dem Weg von Paris in die libanesische Hauptstadt war, umgeleitet, wie französische Medien berichteten.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte erneut vor einer Militärintervention in Syrien. "Es offensichtlich, dass ein militärisches Eingreifen auch zu einem Flächenbrand in der Region führen könnte", sagte Westerwelle.

Die syrische Regierung dankte China und Russland für ihre Hilfe bei der Suche nach einer "friedlichen Lösung" des Konfliktes. Die Haltung Pekings und Moskaus entspreche der UN-Charta und dem Völkerrecht, sagte die syrische Gesandte Buthaina Schaaban. Schaaban ist eine enge Beraterin von Präsident Assad und hält sich derzeit zu politischen Gesprächen in Peking auf. Syrien wolle sich mit China bei der Krisenlösung abstimmen, sagte Schaaban. Sie sei in Peking, um den chinesischen Führern ein realistisches Bild von den Vorgängen in Syrien zu geben. Das chinesische Außenministerium hatte am Montag mitgeteilt, Peking halte mit der syrischen Regierung und den Rebellen Kontakt und erwäge, auch Rebellen nach Peking einzuladen. Im UN-Sicherheitsrat hat China sich wie Russland bisher Sanktionen gegen das Assad-Regime widersetzt.