Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich via TV-Interview zu Wort gemeldet. Die von der Türkei vorgeschlagene Sicherheitszone für Flüchtlinge in Syrien lehnte er darin ab. Eine solche Zone auf syrischem Boden sei unrealistisch, sagte Assad dem staatstreuen Fernsehsender Addunia .

"Ich denke, die Gespräche über eine Sicherheitszone sind nicht umsetzbar, selbst für solche Länder, die eine feindliche Rolle (gegen Syrien) spielen", sagte Assad. Die Lage im Land sei bereits besser geworden. Es sei aber noch mehr Zeit nötig, um den Kampf gegen die Rebellen zu gewinnen.

Tausende Flüchtlinge hatten sich vor dem Bürgerkrieg aus Syrien in die Türkei gerettet. Das türkische Außenministerium bemüht sich derzeit darum, in Gesprächen mit den Vereinten Nationen eine Schutzzone einzurichten. Bislang gibt es jedoch noch keine Hinweise darauf, dass sich der Vorschlag umsetzen lässt. Die Türkei hatte die Grenze kürzlich vorübergehend geschlossen , um den Flüchtlingsansturm zu drosseln.

"Nationalisten laufen nicht weg"

Mit dem Interview versuchte er offenbar auch Bedenken über sein Wohlergehen zu zerstreuen, die nach einem Bombenangriff in der Hauptstadt Damaskus im Juli aufgekommen waren: Er sei im Präsidentenpalast in Damaskus, sagte er.

Assad forderte seine Landsleute auf, sich aktiv am Kampf gegen die Revolutionäre zu beteiligen. "Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg." Jeder müsse die Helden der Armee in dieser "Schlacht des Willens" unterstützen.

Assad scherzte und lachte während der Aufzeichnung und sprach von einer "Säuberung des Staates". Sein Land kämpfe eine "regionale und globale Schlacht". Diese zu gewinnen, werde aber noch einige Zeit dauern.

"Aus einem anderen Universum"

Ein Regimegegner in der Provinz Aleppo kommentierte Assads Auftritt mit den Worten: "Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum."

Um den Bürgerkrieg zu beenden, war bisher unter anderem eine international angelegte Militäraktion im Gespräch. Assads Kritiker scheuen sich aber, in dem Land gezielt zu intervenieren und unterstützen bisher lieber die Rebellen, die gegen Assads Militär kämpfen.

Aber auch eine Schutzzone gliche dem Eintritt in einen Krieg. Denn die Zone bedürfte auch der Überwachung. Dies wiederum käme einer Okkupation von Staatsgebiet gleich.

Ein weiterer Lösungsvorschlag kam aus dem Iran . Die Regierung schlug vor, eine Troika aus Staaten der Blockfreien-Bewegung zu bilden, die mit Assad verhandeln könnte. Das Trio solle Vertreter Ägyptens, Venezuelas und des Irans umfassen.