Mit großer Mehrheit hat die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) beschlossen, Syrien auszuschließen. Sie begründete den Schritt bei ihrem Gipfeltreffen im saudi-arabischen Mekka mit der Gewalt, mit der Präsident Baschar al-Assad seit Monaten gegen die Aufständischen vorgeht . "Die Konferenz beschließt, die Mitgliedschaft der Syrischen Arabischen Republik in der OIC und all ihrer untergeordneten Organe und angegliederten Institutionen auszusetzen", hieß es in der Abschlusserklärung. Die Teilnehmer des Treffens seien sich einig, dass die Gewalt umgehend aufhören müsse, hieß es.

Auf den Ausschluss hatten sich bereits am Montag die Außenminister der OIC verständigt . Der OIC-Gipfel stimmte trotz Widerstand des Mitglieds Iran zu. Unter den 57 Mitgliedsländern hatte lediglich der Iran als Verbündeter von Damaskus die Aussetzung der Mitgliedschaft Syriens abgelehnt.

Dem Beschluss waren "hitzige Debatten hinter verschlossenen Türen" vorausgegangen, sagte ein arabischer Diplomat. Neben dem Iran habe sich auch Algerien strikt dagegen ausgesprochen.

"Starke Botschaft der islamischen Welt"

OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu sagte, die Entscheidung der Organisation sei eine "starke Botschaft der islamischen Welt an das syrische Regime". Ein Land, das sein Volk massakriere und Flugzeuge, Panzer und schwere Artillerie gegen die Zivilbevölkerung einsetze, werde unter den Mitgliedsländern nicht akzeptiert.

Die USA lobten den vorläufigen Ausschluss. Die Entscheidung zeige die wachsende internationale Isolation der Führung um Assad, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Zugleich verdeutliche sie die breite Unterstützung für das syrische Volk und dessen "Kampf für einen demokratischen Staat", der Menschenrechte akzeptiere.

Dem lockeren Staatenbund gehören nicht nur die arabischen Länder, sondern auch die Türkei , der Iran und südostasiatische Staaten wie Indonesien und Malaysia an. Syrien war bereits im vergangenen Jahr aus der Arabischen Liga vorübergehend ausgeschlossen worden. Saudi-Arabien , Katar , Jordanien und die Türkei unterstützen die syrischen Rebellen.