Nach fast 17 Monaten Krieg gegen das eigene Volk gerät der syrische Machthaber Baschar al-Assad auch wirtschaftlich in Bedrängnis. Wie russische Medien berichteten wurde das syrische Regime in Moskau vorstellig, um den Verbündeten Russland um finanzielle Hilfe zu bitten.

Den Berichten zufolge gehen dem Regime in Damaskus vor allem Erdölprodukte wie Diesel aus. Die Delegation um Vizeregierungschef Kadri Dschamil habe "eine gewisse Summe in harter Währung beantragt, um die komplizierte Lage in Syrien zu überbrücken", hieß es. Dschamil wurde mit den Worten zitiert: " Russland hat die Aufgabe übernommen, Syrien in der aktuellen Lage wirtschaftlich zu unterstützen." Er erhoffe sich in den nächsten Wochen konkrete Schritte. Von russischer Seite lag zunächst keine Reaktion vor.

Syrien warf der USA und der EU vor, das Land durch ihre Sanktionspolitik in finanzielle Bedrängnis gebracht zu haben. Die Strafmaßnahmen gegen sein Land seien illegal, sagte Dschamil den Informationen zufolge.

Beobachter verweisen auf die enormen volkswirtschaftlichen Kosten eines anhaltenden Bürgerkriegs, der ganze Landesteile wirtschaftlich lahmlegt, Teile der Bevölkerung am Arbeiten hindert und öffentliches wie privates Eigentum in beträchtlichem Maße zerstört. Während Russland internationale Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen seinen Waffenkunden Syrien seit Ausbruch der Aufstände beharrlich blockiert, versuchen die EU und die USA, Assad im Alleingang von Geld, Waffen und Gütern abzuschneiden. 

48 iranische Pilger in Damaskus verschleppt

Die Kämpfe im Land gehen derzeit weiter. In Damaskus sollen Unbekannte zudem Dutzende Iraner entführt haben. Nach Informationen der iranischen Botschaft wurden insgesamt 47 Wallfahrer auf dem Weg zum internationalen Flughafen von einer "bewaffneten terroristischen Gruppe" verschleppt. Der Schrein der Sajjida Zeinab in Damaskus ist ein beliebter Pilgerort für Schiiten aus dem Iran . 

Der Iran ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten von Machthaber Assad. Die syrische Opposition besteht hauptsächlich aus Sunniten, während die Führung um Assad der Minderheit der Alawiten angehört, einer Abspaltung des schiitischen Islam. Iraner wurden in dem Konflikt bereits mehrfach verschleppt. Zuletzt wurden im Februar elf Pilger entführt.

Rebellen attackieren Gebäude des Staatsfernsehens

In der umkämpften Millionenstadt Aleppo griffen die Aufständischen derweil ein staatliches Rundfunkgebäude an. Wie ein örtlicher Rebellenkommandeur berichtete, wehrte das Militär die Attacke der Rebellen gegen die Fernsehstation mit Kampfflugzeugen ab. Daraufhin hätten sich die Aufständischen, die nach eigenen Angaben die Hälfte der Stadt kontrollieren, zurückgezogen.

Seit nun schon zwei Wochen kämpfen Armee und Regimegegner um die Vormacht in der nordsyrischen Stadt. Trotz des Einsatzes von Panzern, Helikoptern, Artillerie und auch Kampfflugzeugen hat das Regime das strategisch wichtige Aleppo nicht wieder unter ihre Gewalt bringen können. Die Aufständischen konzentrieren sich bei ihren Angriffen auf Sicherheitszentralen und Waffenlager, teilweise mit Erfolg.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben die Vereinten Nationen vorübergehend die Hälfte ihrer Beobachter aus Aleppo abgezogen. Der Zusammenbruch des Mobilfunknetzes zwinge die UN zu diesem Schritt, sagte eine Sprecherin.