Der UN-Sicherheitsrat hat das Ende der Beobachtermission in Syrien angeordnet. Die Bedingungen für eine Fortsetzung der Mission seien nicht gegeben, sagte der französische UN-Botschafter Gérard Araud. Das Mandat der Mission läuft am Sonntag um Mitternacht aus.

Allerdings solle eine politische Vertretung in Damaskus bestehen bleiben, hieß es. In einem Brief an den UN-Generalsekretär habe er die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Damaskus unterstützt, sagte Araud. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin bedauerte das Ende der Mission. "Aber wir sind optimistisch im Hinblick auf eine Reform der UN-Präsenz in Syrien." Für diesen Freitag kündigte Tschurkin ein Treffen der Syrien-Aktionsgruppe gemeinsam mit den Botschaftern des Irans und Saudi-Arabiens an.

Die unbewaffneten UN-Beobachter hatten im April ihre Arbeit in Syrien aufgenommen, am 20. Juli hatte der Sicherheitsrat das Mandat um 30 Tage verlängert. Vor dem Hintergrund der ausufernden Gewalt im Land wurde allerdings die Hälfte der ursprünglich 300 Beobachter abgezogen.

Die Mission sollte eine Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Truppen von Präsident Baschar al-Assad überwachen, die jedoch nie eingehalten wurde. Für eine Verlängerung hätten zwei Bedingungen erfüllt werden müssen: weniger Gewalt und kein Einsatz von schweren Waffen mehr. Aus Diplomatenkreisen war bereits vor den Beratungen zu hören gewesen, dass keine dieser Bedingungen erfüllt worden sei. Mehrfach wurden die Beobachter an dem Besuch von Orten gehindert. Teils griff die Gewalt auch auf die die Beobachter über, einige wurden sogar beschossen.

Im Land hielt die Gewalt auch am heutigen Donnerstag unvermindert an. Nach Angaben von Aktivisten wurden mindestens 62 Menschen von den Regierungstruppen getötet, die meisten davon in der Provinz Aleppo. Dort kamen unter anderem 25 Menschen ums Leben, nachdem die Regierungsarmee eine Schlange von Menschen bombardiert hatte, die vor einer Bäckerei auf Brot warteten.