Der ehemalige algerische Außenminister und anerkannte Krisendiplomat Lakhdar Brahimi soll nach Angaben von Diplomaten neuer Syrien-Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga werden. Die Ernennung des 78-Jährigen solle Anfang kommender Woche offiziell verkündet werden, hieß es am UN-Hauptquartier in New York.

Die Wahl könne in letzter Minute aber auch auf jemanden anderen fallen, wenn wichtige Mitgliedsländer Vorbehalte gegen den Kandidaten anmelden sollten. Derzeit liefen noch letzte Verhandlungen über diese Entscheidung. Brahimi war in der Vergangenheit für die UN unter anderem in Afghanistan und im Irak im Einsatz.

Sollte der Algerier ernannt werden, tritt er die Nachfolge von Kofi Annan an. Dieser hatte nach seinen erfolglosen Bemühungen um eine Waffenruhe in Syrien Anfang des Monats seinen Rücktritt zum Ende seines Mandats am 31. August eingereicht. Annan sagte zur Begründung, er habe "nicht alle Unterstützung bekommen, die der Fall verdient".

Annan war am 23. Februar von den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga damit beauftragt worden, im Syrien-Konflikt zu vermitteln. Im April hatte der frühere UN-Generalsekretär einen Waffenstillstand zwischen der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad und der Oppositionsbewegung ausgehandelt, an den sich beide Seiten in der Folge aber nicht hielten. In den vergangenen Wochen hat sich der Konflikt in Syrien immer weiter verschärft.

Syrien-Konferenz im Iran endet ohne Ergebnisse

Auch der Iran hat nicht zur raschen Lösung der Syrien-Krise beigetragen. Eine eintägige Syrien-Konferenz in Teheran endete am gestrigen Donnerstag ohne konkrete Ergebnisse. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi konnte am Ende der Tagung nur bekanntgeben, dass sich alle 30 Teilnehmer gegen Gewalt in Syrien und für eine nationale Lösung ohne ausländische Einmischung ausgesprochen hätten.

Aus Sorge über die Gefahr eines lange anhaltenden Bürgerkrieges in Syrien rief UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Weltgemeinschaft zu "kollektiver Verantwortung" auf. "Wir alle sind der syrischen Bevölkerung verpflichtet", sagte er in einer Botschaft an ein internationales Beratertreffen zum Syrien-Konflikt in Teheran.

Seit Beginn der Demonstrationen gegen das Assad-Regime vor 17 Monaten sind nach UN-Schätzungen schon etwa 17.000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon sind Zivilisten. Die Zahl der Vertriebenen liegt laut UN bei 1,5 Millionen Syrern.