Die Ehefrau des chinesischen Politikers Bo Xilai hat den Mord an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood offenbar gestanden. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, entschuldigte sich Gu Kailai für "die Tragödie". Sie werde jegliche Strafe akzeptieren und ihr mit Ruhe entgegensehen, zitierte die BBC die Agentur.

Gu hatte bisher die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht bestritten. Sie soll mithilfe Heywoods versucht haben, Geld ins Ausland bringen. Als der Plan aufzufliegen drohte, soll sie Heywood vergiftet haben – aus Angst, die Ereignisse würden der Karriere ihres Mannes schaden.

Gus Mann Bo war bis dahin für höchste Parteiposten im Gespräch, musste alle politischen Ämter aufgeben, nachdem Heywoods Tod im Februar bekannt wurde.

Beweise unterdrückt

Kritiker des Prozesses vermuten hinter dem Verfahren politische Motive. Sie gehen davon aus, der Prozess gegen Gu solle vor allem ihrem Mann Bo die politische Bedeutung nehmen. Der populäre Politaufsteiger, der sich als linke Alternative zur herrschenden Führung verstand, hat sich in China eine Reihe von Feinden gemacht.

Die Polizei räumte gravierendes Fehlverhalten ein. Vier Beamte gaben nach offizieller Darstellung zu, bei ihren Ermittlungen Beweise manipuliert zu haben, um die Angeklagte zu entlasten. Aussagen seien gefälscht, Beweismittel unterschlagen worden, sagte ein Gerichtssprecher im ostchinesischen Hefei. Als Todesursache hätten sie exzessiven Alkoholkonsum angegeben. Zudem hätten sie keine Autopsie vorgenommen, sondern die Leiche eingeäschert. Einer der Beamten sei ein Freund der Familie Bo gewesen.

Vor Drohungen geschützt

Der Prozess gegen Gu war am gestrigen Donnerstag mit einem eintägigen Verfahren abgeschlossen worden , ein Urteil steht aber noch aus. Experten gehen davon aus, dass Gu wegen Mordes verurteilt wird, ihr aber die Todesstrafe erspart bleibt. Heywood war über Jahrzehnte mit dem Paar befreundet. Staatsmedien hatten darauf verwiesen, dass Gu möglicherweise ihren Sohn durch die Tat vor Drohungen Heywoods schützen wollte.