Die US-Demokraten haben Präsident Barack Obama auf ihrem Parteitag in Charlotte offiziell als ihren Kandidaten für die Wahl im November nominiert. Vor der Abstimmung hatte der ehemalige Präsident Bill Clinton die Nominierungsrede gehalten. Er verteidigte die Bilanz Obamas gegen die Kritik der Republikaner.

"Niemand hätte all den Schaden, den er vorgefunden hat, in nur vier Jahren reparieren können", sagte Clinton. Die Republikaner hätten eine völlig ruinierte Wirtschaft hinterlassen. Obama habe die Grundlagen für "eine neue, moderne, erfolgreiche Wirtschaft des geteilten Wohlstands" gelegt.

In seiner Rede hob Clinton die Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern hervor. "Die wichtigste Frage ist, in was für einem Land wollt Ihr leben?", fragte er. Während der republikanische Herausforderer Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan für eine egoistische Gesellschaft stünden, engagierten sich Obama und Vizepräsident Joe Biden für einen "gemeinsamen Wohlstand und gemeinsame Verantwortung".

Der 66-jährige Ex-Präsident schlug Obama als Kandidaten für die Wahl am 6. November vor. "Ich möchte einen Mann nominieren, der nach außen cool wirkt, aber im Inneren für Amerika brennt", sagte er. Clinton lobte den amtierenden Staatschef dafür, sich immer um eine überparteiliche Politik bemüht zu haben. Das sei aber am Widerstand der Republikaner gescheitert.

Nach der Rede kam Obama zu Clinton auf die Bühne, der Ex-Präsident verbeugte sich vor seinem Nachfolger. Gemeinsam winkten sie in die Menge und schüttelten Hände. Zu Wort meldete sich Obama aber nicht. Anschließend begannen Delegierte aus allen Bundesstaaten, die Nominierung offiziell zu bestätigen. Annehmen wird der Präsident die erneute Spitzenkandidatur in einer Rede zum Abschluss des dreitägigen Parteikonvents am Donnerstag.

Obama verteidigt seine Politik

Clinton ist so populär wie nie seit Ende seiner von 1993 bis 2001 dauernden Amtszeit, die mit einer boomenden Wirtschaft, Vollbeschäftigung und einem Haushaltsüberschuss verbunden wird. Obama muss dagegen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit von mehr als acht Prozent um seine Wiederwahl bangen und baut im Wahlkampf auf Clintons Schützenhilfe. Auch reagierte Obama im Fernsehen bei NBC 12 auf den Vorwurf den Republikaner, den USA gehe es heute schlechter als bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren. "Uns geht es absolut besser als bei meiner Vereidigung, als wir 800.000 Jobs pro Monat verloren haben", sagte der US-Präsident.

Obamas erste Amtszeit endet nach vier Jahren im Januar 2013. Bei den parteiinternen Vorwahlen hatte er keine ernsthaften Gegenkandidaten. Er stellt sich gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Joe Biden am 6. November der Wiederwahl.

Die Republikaner hatten in der Vorwoche auf ihrem Parteitag in Tampa, Florida den Ex-Gouverneur von Massachusetts , Mitt Romney, zum Herausforderer Obamas gekürt . Er tritt mit dem Kongressabgeordneten Paul Ryan als Vize an.