Im Irak sind bei einer Reihe von Anschlägen mindestens 58 Menschen getötet worden. Zudem seien mehr als 250 Menschen bei den Attentaten verletzt worden, teilten irakische Behörden mit. Die Angriffe ereigneten sich nach Behördenangaben in mindestens zehn Städten landesweit. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Der schwerste Angriff traf die 300 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt Amara. Den Behörden zufolge wurden dort mindestens 16 Menschen durch die Detonation zweier Autobomben getötet. Mehr als 60 Menschen seien verletzt worden.

In der südirakischen Stadt Nassirija detonierte eine Autobombe vor dem französischen Konsulat. Dabei wurde der Polizei zufolge ein Wachmann getötet und vier weitere verletzt. Das Konsulatsgebäude wurde bei dem Anschlag beschädigt, der Honorarkonsul sei zum Zeitpunkt der Tat nicht dort gewesen, berichtete ein Diplomat. Ebenfalls in Nassirija explodierte nach Krankenhausangaben eine Autobombe vor einem Hotel, wodurch zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden.

In dem 70 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Dudschail griffen Bewaffnete und ein Selbstmordattentäter einen Militärstützpunkt an. Der Polizei zufolge starben dabei elf Soldaten. Im nordirakischen Kirkuk tötete eine Autobombe acht Menschen, 17 weitere seien verletzt worden, berichteten ein Polizeibeamter und ein Arzt. Der Anschlag richtete sich laut Polizei gegen den staatlichen irakischen Ölkonzern North Oil. Die Bombe explodierte am Morgen auf einem Parkplatz des Unternehmenssitzes. In der Provinzhauptstadt Kirkuk detonierten zwei Bomben, wobei laut Polizei und Rettungskräften drei Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt wurden. Dabei wurden zahlreiche Autos und Regierungsgebäude beschädigt.

Anschläge mit Todesopfern wurden außerdem aus der Region Tal Afar, aus der Stadt Samarra, aus Tus Churmatu, Tadschi und Baakuba und Basra gemeldet.

Allein 278 Tote im August

Der Irak ringt darum, dass der Konflikt im benachbarten Syrien nicht auf das eigene Land übergreift. Doch in den vergangenen Monaten erschütterten immer wieder Anschläge islamistischer Extremisten das Land, auch wenn die Anzahl seit den Jahren 2006 und 2007 deutlich zurückging. Das Terrornetzwerk Al-Kaida hatte vor Kurzem angekündigt, im Irak wieder aktiver werden zu wollen. Nach Zahlen der Nachrichtenagentur AFP starben bei Anschlägen im August dieses Jahres 278 Menschen.

Der Irak kämpft selbst mit Feindseligkeiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die Bagdader Koalitionsregierung steht wegen den Spannungen zwischen den im Kabinett beteiligten Sunniten, Schiiten und Kurden praktisch kontinuierlich vor dem Scheitern.

Nun dürfte das Todesurteil gegen den sunnitischen Vizepräsidenten Tarek al-Haschimi für weitere Komplikationen sorgen. Der oberste Strafgerichtshof verurteilte Haschimi in Abwesenheit zum Tod durch den Strang. Der in die Türkei geflohene Politiker war für schuldig befunden worden, Terroristen finanziell unterstützt zu haben.